Mittwoch, 9. März 2016

...vom Mögen und Nichtmögen













Wer kennt diesen Satz nicht, oft sagen es die Sprösslinge unbedacht, in ihrer Wut, wenn etwas nicht klappt wie sie es möchten.
Wenn mein kleines Mädchen ihr Zimmer aufräumen muss und nicht weiß, wo sie anfangen soll oder schier keine Lust hat, dazu total übermüdet ist und schlecht gelaunt, passiert es oft, dass sie zum Muffi Schlumpf mutiert und sagt, sie mag mich nicht, sie hasst ihr Zimmer, sie hasst aufräumen.
Es passierte einmal, da sagte sie in ihrer Rage zu mir, dass sie mich hasst. Natürlich traf mich das wie der Schlag, tat mir im Herzen unheimlich weh, aber ich schluckte diese Aussage erstmal und sah zu, dass sie einen Weg finden konnte runterzukommen und sich zu beruhigen.
Dann sprach ich mit ihr, dass es gut ist seine Gefühle ausdrücken zu können und diese rauszulassen, sie aber bedenken soll, dass sie gerade etwas sehr verletzendes zu mir gesagt hatte. Wir redeten eine Weile, sie weinte, es tat ihr leid. Sie entschuldigte sich, beteuerte mir, dass sie mich doch so lieb hat. Danach wurde gekuschelt.
Mein kleines Mädchen ist unheimlich sensibel und reagiert sehr schnell mit Verzweiflung, wenn sie etwas überfordert oder ihr Angst macht. Sie braucht viel Bestätigung, die wir ihr gerne geben, denn wir sind stolz auf die kleine Maus.
Nach unserer Aussprache kam es nie wieder vor, dass sie mir sagte, sie würde mich hassen oder nicht mehr mögen. Sie hasst zwar ihr Zimmer oder das Aufräumen, aber das darf sie in dem Moment auch gerne tun. Sie schafft es, in ihrer Wut, trotzdem klar genug zu wissen worauf sie sauer ist und dieses auszudrücken.

Ein anderes Thema ist es, wenn sie mir sagt, dass sie Person XY nicht mag und dort auch nicht hin mag. Sei es jemand aus dem Kindergarten oder unserem Umfeld. Ich frage sie dann, warum sie die Person nicht mag und entscheide dann wie wir damit umgehen. Ich akzeptiere es, wenn sie aus guten Gründen jemanden nicht mag, schliesslich mag auch ich nicht jede Person und halte mich dann auch fern von dieser. Warum sollte mein Kind sich also mit Menschen beschäftigen müssen, bei denen sie sich unwohl fühlt oder nicht mag?
Klar meiden wir dann nicht jede Person, sollte sie zum Beispiel mal Zoff mit ihrer liebsten Freundin sein, wird sie ermutigt, sich mit ihr zu vertragen. Aber Menschen, die keine gute Beziehung zu uns haben und auch sonst kein wirklicher Verlust in unserem Leben sind, werden wir ihr sicher nicht aufzwingen.
Ich bin froh, dass sie mir offen sagt, wen sie mag und wen nicht und dann auch eine Begründung parat hat, das zeigt mir, dass sie mir vertraut.

Ich erziehe meine Kinder ehrlich, ich möchte nicht, dass sie jemanden etwas vorheucheln, was nicht wirklich wahr ist. Umso älter sie werden, desto mehr kommt auch dieses Thema auf. Wenn das Große Mädchen jemanden nicht mag oder eine Person offensichtlich versucht sie auszunutzen, dann ermutige ich sie dies anzusprechen und nicht  den Fehler zubegehen, etwas vorzutäuschen oder sich ausnutzen zu lassen um zu einer bestimmten Gruppe dazuzugehören. Man soll zu sich selbst stehen, auch wenn dies nicht immer der einfachste Weg ist.
Trotzallem soll man nett zu Menschen sein, auch wenn man sie nicht mag. Unhöflich oder gar beleidigend sollte man niemanden gegenüber sein, nur weil man sie nicht riechen kann.
Bisher fahren wir mit dieser Methode ganz gut und hoffen, dass es auch so bleibt.