Freitag, 26. Februar 2016

Kinder und Natur




Was früher oft als Öko (und das wurde nicht positiv gesehen) abgetan wurde, ist immer weiter verbreitet, seine Kinder eine große Verbundenheit zur Natur näher zu bringen.
Es wird bei Spielzeug auf Naturmaterialien geachtet, Ausflüge in Wald und Wildparks werden wieder beliebter, sogar bei Kleidung und Nahrung wird viel bewusster auf kontrolliert biologischen Anbau geachtet.
Ich finde das wahnsinnig toll. Ich begrüße alles, was Kinder dazu bringt sich mehr mit ihrer Umwelt zu befassen und ihre Einzigartigkeit zu verstehen und respektieren und somit einen gesunden Umgang mit Tier und Natur erlernen.
Das kann der Fundament für ein wichtiges Umdenken werden, dass auch viele Generationen nach uns Freude an der Natur haben können.
Genau das brauchen wir.

Es fängt mit Kleinigkeiten an, dass man seinen Müll nicht einfach irgendwo hinschmeisst, sondern richtig entsorgt oder dass man Pflanzen nicht zertrampelt oder rausreisst. Dass man respektvoll mit seinen Haustieren umgeht und Tiere ebenso Gefühle haben wie wir Menschen und man ihnen nicht wehtut oder verängstigt.



Viele Eltern und/oder Großeltern gehen gerne in den Wald spazieren, suchen mit den Sprösslingen nach Spuren von Tieren, sammeln Äste oder andere Trophäen, die der Wald zu bieten hat.
Aber egal wie gut gemeint diese Erfahrungen sind, man sollte im Wald einige Regeln beachten. Der Wald ist Wohnraum der Tiere, hier suchen sie Schutz. Kreischende, tobende Kinder gehören dort genauso wenig hin, wie Hunde ohne Leine. Klar, dass sie kein Wildschwein Angst einjagen, aber es leben auch kleine Vogelarten, Nagetiere und Insektenarten, die ihre Unterschlupfe und Nester auf dem Boden haben. Diese können beim Brüten oder der Aufzucht ihrer Jungen auch gestört werden.

Auch darf man nicht alles mitnehmen, was man im Wald so findet. Es sollte jedem bewusst sein, dass man nicht einfach dort hingehen kann und Zweige abreissen, da sie vielleicht eine schicke Deko wären. Auch darf man keine Fundstücke wie z.B. abgeworfene Geweihe von Hirschen mitnehmen. Das ist verboten und kann eine Strafe mit sich bringen.
Die Jäger, von denen die verschiedenen Waldabschnitte gepflegt werden, benötigen diese Geweihe um Untersuchungen über die Tiere machen zu können. Man behindert also ihre wertvolle Arbeit. Aber viele Jäger bieten diese Geweihe zum Verkauf an, wenn sie diese nicht mehr brauchen. Einfach mal nachfragen.

Was auch gerne gemacht wird und gut gemeint ist, aber eher riesen Schaden anrichtet, ist es, wenn Nudeln, Brot oder Küchenabfälle mit in den Wald oder Wildpark mitgenommen werden, um die Tiere zu füttern. Diese Dinge wachsen nicht in der Natur und sind nicht Bestandteil der Ernährung dieser Tiere und können schwere Koliken mit Todesfolge für die Tiere bedeuten. Meist steht das sogar an Schildern, aber wird gerne ignoriert. Mit der Folge, dass viele Tiere schmerzhaft verenden können. Erkläre das mal deinen Kindern, dass der Besucherlieblingshirsch Waldi tot ist, da Oma Hilde ihre Nudeln vom Mittag ins Gehege geworfen hat. Die Tiere bekommen von den Pflegern ihr Futter und manchmal gibt es auch kleine Futterspender Vorort, das reicht den Tieren.

Auch im Wildtierpark sollten Kinder lernen nicht schreiend herumzurennen, es verschreckt die Tiere. Meine Erfahrung ist, dass wenn man Kindern das erklärt,  warum sie nicht schreien und rennen sollten, sie das verstehen und auch einhalten.

Mittlerweile gibt es in vielen Bücherläden Bücher mit der Thematik Natur, in denen Kinder
ihre Erfahrungen in der Natur hineinschreiben, malen, kleben können. Es werden kleine Aufgaben angeboten, zum Beispiel bestimmte Käfer oder Schmetterlinge zu beobachten und dann im Buch auszumalen. Auch kann man solche Bücher als Scrapbook selbst gestalten und individuell dem Alter oder den Interessen des Kindes anpassen.
Ich finde solche Bücher eine tolle Möglichkeit die neuen Erfahrungen und Eindrücke nochmal zu besprechen und festzuhalten.

In ausgewählten Spielzeugläden gibt es Sets für kleine Naturforscher, mit Lupenbecher, mobilen Mikroskop oder Schnitzwerkzeug, mit denen sie gefundene Stöcke mit Schnitzarbeiten verschönern können. All diese Dinge können das Interesse an der Natur noch mehr stärken.

Wir als Erwachsene sollten mit guten Beispiel voraus gehen und unseren Kindern ein Vorbild sein, respektvoll und ordentlich mit der Umwelt umzugehen. Wenn wir das schaffen, erziehen wir eine Generation, die vielleicht sorgsamer mit der uns gegebenen Natur umgeht.

Donnerstag, 11. Februar 2016

Mama sind wir alle gleich?







Diese beiden Mädchen sind Cousinen, ein großes Meer trennt  sie voneinander, sie sprechen nicht die selbe Sprache, doch bei den seltenen Zusammentreffen spielen sie miteinander,  als seien sie Schwestern, die immer zusammen sind. Sie verstehen sich gegenseitig, unterhalten sich und haben Spaß. ♡




Rassismus.
Ein hässliches Wort, jedoch allgegenwärtig.
Wie können wir unsere Kinder so erziehen, dass sie über den Tellerrand schauen, nicht nach Aussehen, Herkunft oder Religion urteilen, sondern den Menschen als solchen sehen und nicht in veralteten Vorurteilen denken?

Es ist schwierig. Aber nicht unmöglich.

Ich kann bei allem was ich schreibe immer nur von meiner eigenen Erfahrung ausgehen und diese mitteilen.
Mit meiner Erstgeborenen hatte ich ein Erlebnis, welches mir sehr unangenehm war.
Sie war etwa zweieinhalb Jahre, als wir in der Stadt in einer U-Bahn saßen und sie plötzlich rief "Ihhh Mama schau mal der Mann da ist ganz braun, er muss sich waschen!"
Das war mir unsagbar peinlich. Der Mann hatte es mitbekommen und lachte. Ich habe mich trotzdem mehrfach entschuldigt, selbst wenn er es von einem kleinen Kind wohl nicht als schlimm empfand. Ich tat es. Wäre es nun kein erwachsener Mann, sondern ein anderes Kind gewesen, wer weiß wie verletzt es sich gefühlt hätte.
Zuhause erklärte ich ihr dann, dass es verschiedene Hautfarben gibt, genau wie Haarfarben und Augenfarben und alle miteinander wunderschön sind und das Wort Ihhh da nichts zu suchen hat. Ich kaufte Bücher in denen nicht nur weiße Kinder zu sehen waren und zeigte ihr wie schön diese Vielfalt ist. Ein Jahr später freundete sie sich mit einem Mädchen mit dunkler Haut an, die neu zugezogen war und in ihre Kindergartengruppe ging.

Beim kleinen Mädchen wollte ich es besser machen. Ich habe von Anfang an kein Thema aus Hautfarben gemacht, sie aber in unseren Alltag eingebaut. Sie bekam nicht nur eine weiße Babypuppe, sondern auch eine mit dunkler Haut und dunklen Haaren. Diese bekam sie zum Geburtstag, bei dem auch ihr angeheirateter Onkel aus Amerika da war, der auch eine dunkle Haut hat. Sie fand die Puppe toll und spielt noch heute gerne mit ihr, sie hat ja so schöne braune Augen und man kann sie wickeln.
Bei Spielfiguren das selbe Spiel. Ich habe ihr Anziehpuppen gekauft, mit verschiedenen Haar- und Hautfarben. Sie mag sie alle, am meisten wird die favorisiert, die ein Ballkleid trägt, unabhängig von der Hautfarbe. Ich achtete darauf, dass sie auch Bücher hatte in denen es bunt zuging. Wir reden nie negativ über Hautfarben.
Es scheint gut zu funktionieren, sie sieht verschiedene Hautfarben als was vollkommen normales an.
Ich möchte nicht sagen, dass meine Kinder keinen Unterschied sehen, denn das kann niemand der Augen im Kopf hat, aber ich möchte das sie wissen, dass die Welt eine große bunte Vielfalt an verschiedenen Menschen beherbergt und jedes dieser Menschen schön ist, nicht gleich, aber gleichwertig.

Das Thema Religion empfand ich als etwas weniger schwierig, da man die Religionszugehörigkeit nicht auf den ersten Blick erkennt und deshalb den Menschen erst kennenlernen muss. Im Gegensatz zur Hautfarbe, die man einfach auf dem ersten Blick sieht.
Ich bin was die Religion betrifft sehr offen und finde jeder sollte an etwas glauben, wenn es ihm Halt und Stabilität im Leben geben kann. Ob er nun Gott, Allah oder Buddah heißt ist im Prinzip egal. Es geht um den Glauben und nicht wie wir ihn nennen. So vermittel ich das auch an meine Kinder. Keine Religion ist schlecht, sie wird nur von Menschen, die nichts gutes im Sinn haben, falsch interpretiert und als Ausrede für böse Taten benutzt.

Auch wo ein Mensch herkommt ist für mich so zu erklären. Schaut man sich einen Globus an, sind alle Grenzen die dort zu sehen sind, von Menschen errichtet worden. Vorher war alles eins und wer in Grenzen denkt, wird immer einen beschränkten Horizont haben.
Ein Mensch sucht sich sein Geburtsort nicht aus, sondern wird dort ungefragt hingeboren. Warum sollte die Person dort also bleiben müssen.

Deshalb soll man sich den Menschen hinter der Religion/der Hautfarbe/Herkunft anschauen und damit meine ich nicht mit den Augen, sondern mit den Ohren und dem Herzen.

Natürlich ist es alles einfach gesagt, besonders da ich als weiße Frau in Deutschland nicht direkt von Rassismus betroffen sein kann, aber dem ist nicht so. Meine Herkunft hat mir oft schon den ein oder anderen "Ausländer raus!" Spruch oder Schläge eingebracht, selbst in meinem Heimatland ein EU-Land, wurde ich, sobald man mich deutsch reden hörte, als deutsches Nazischwein betitelt. Damals wusste ich nicht mal was ein Nazi ist, musste aber was schlimmes sein, denn im gleichen Zug wurde ich von der Schaukel geschubst und in den Sand geworfen.
Ein Spruch, der mir bis heite nicht aus dem Kopf geht, kam von einem Lehrer, einem Menschen, der eigentlich neutral sein sollte und seine Schüler nicht durch ihre Herkunft verurteilen sollte. Er sagte mir am ersten Tag an einer neuen Schule, dass ich ja nichts Gutes sein kann, wenn ich ein Ausländer bin und bei den Ossis gewohnt habe. Dass ich nicht Fuß fassen konnte in seinem Unterricht muss ich ja nicht weiter erklären und ich hatte ihn in drei Fächern.
Ich gehörte quasi nirgends hin, fühlte mich, als hätte ich keine Herkunft.
Wenn ich heute darüber nachdenke, bin ich mir sicher, die Kinder/Jugendlichen hatten keine Ahnung,  was sie da eigentlich von sich gaben und einfach nur ihren Eltern nachplapperten. Damit sieht man, dass es nicht nur ein gesellschaftliches Problem ist, sondern ein Erziehungsproblem. Das ist weitaus gefährlicher, denn wie will man sowas stoppen, wenn man es von Anfang an so vorgelebt bekommt? Einen gepflanzten Keim nicht  gedeihen lassen. Wir sind alle für einander verantwortlich. Wenn wir wegschauen kann es nicht besser werden. Wir müssen den Keim ersticken, indem wir die Menschen zum Nachdenken anregen. Sie sollen die vorgefertigten Meinungen hinterfragen, eigene Erfahrungen sammeln und eine eigene Meinung machen, über Muttis Tellerrand schauen.


An die Eltern, die sich nun angesprochen fühlen, denkt lieber nochmal nach, was ihr euren Kindern antut, wenn ihr sie zu kleinen rassistischen Monstern erzieht. Ihr nehmt ihnen so viel im Leben weg und zerstört nebenbei noch das Leben anderer Menschen.
Jeder Mensch hat Gefühle,  egal welche Sprache er spricht, egal welche Hautfarbe er hat oder welchen Glauben er hat oder nicht hat und jedes Wort ist eine Waffe und kann ziemlichen Schaden bei dem getroffenen Menschen anrichten. Hört auf den Horizont eures Kindes zu beschränken und mit Hass und Angst zu füllen. Lasst sie sich lieber frei und mit Liebe und Respekt entfalten. Lasst sie ihre eigenen Erfahrungen machen, statt sie extrem einzuschränken. Ihr schützt sich nicht, wovor denn? Ihr nehmt ihnen aber die Chance auf tolle Freundschaften, Bekanntschaften und Erlebnisse. Ist es das was ihr für eure Kinder wollt?