Mittwoch, 2. November 2016

All I want for christmas is you!


Der Winter naht mit großen Schritten und mit ihr die Vorfreude auf das Weihnachtsfest.
Wie jedes Jahr stellen sich unzählige Eltern die Frage, was sie ihren Sprösslingen schenken sollen.
Bei der großen Auswahl und den vielen Kinderwünschen fällt die Entscheidung auch wirklich nicht leicht.

Muss ich meinem Kind alle Wünsche erfüllen?

Kinder schreiben Wunschzettel, äussern ihre Wünsche, wenn sie etwas in der TV Werbung entdecken oder einem Katalog, Spielzeug ist momentan allgegenwärtig. Selbst ein großes

Onlineversandhaus hat uns dieses Jahr ein Spielzeugprospekt zugeschickt. Ich war da ziemlich überrascht über diese Werbestrategie. Naja eigentlich nicht.
Welches Geschenk soll es werden, unter all den Wünschen oder erfüllt man einfach alle?
Ich persönlich denke, es ist falsch einem Kind alle Wünsche zu erfüllen und ein Berg an Geschenken unterm Baum bereitstehen zu haben. Da halte ich es nach dem Motto, weniger ist mehr.
Ein tolles Geschenk, für das sich das Kind wirklich interessiert und das länger als es die Werbung sieht, sollte genügen. Es kommen ja auch noch Geschenke von Verwandten und Freunden. Dieses eine tolle Geschenk dann ohne Ablenkung zu benutzen, sich intensiv damit zu beschäftigen  ist so viel wertvoller als ein Berg Geschenke, bei dem das Kind dann von einem zum anderen hüpft und nicht weiß, mit welchen es zuerst spielen soll.
Auch finde ich Qualität statt Quantität sehr sinnvoll und Geschenke die man lange benutzen kann oder sogar erweitern.

Adventskalender nehmen neue Ausmaße an

Zu Weihnachten gehört natürlich auch ein Adventskalender. Früher gab es nicht so eine Auswahl wie heute, da gab es die Schokikalender, ein paar mit Spielzeug und natürlich die selbstgemachten Kalender, gefüllt mit Schokolade, Nüssen und anderen Leckereien. Heute wird eher weniger der Schokikalender gekauft oder nur als Zweitkalender. Die Tendenz geht zu teuren Spielzeugkalendern, die wie Pilze aus dem Boden sprießen oder selbstgemachten Kalendern, die mit kostspieligen Füllungen glänzen. Spielzeug, Bücher, täglich ein neues kleines Geschenk, vierundzwanzig Tage lang.
Die Eltern kommen auch nicht zu kurz,  gibt es doch speziell für sie teure Adventskalender gefüllt mit allem, was man sich vorstellen kann, von Kosmetik, Bieren, bis hin zu Gutscheinen für alles Mögliche und der Preis ist nach oben offen. Manche kriegen den Hals nicht voll und möchten am Liebsten mehrere Kalender. Ich finde dabei steht das hohe Konsumverhalten weit über den Sinn des Adventskalenders.
Bei uns gibt es entweder den Schokikalender, der hier super beliebt ist oder einen selbstgemachten Kalender, in dem für jedes Kind täglich ein Schokobonbon drinne liegt. Sie freuen sich sehr darüber.


Ist Nikolaus der neue Weihmachtsmann?

Am sechsten Dezember ist auch noch der Nikolaus zu Besuch.  Bei uns gibts da traditionell für jedes Kind ein Buch. Früher gab es einen Stiefel mit Schoki, Nüssen und Madarinen, aber da die Großeltern gerne prall gefüllte Nikolausteller verschenken und dazu noch Plätzchen mitbringen, haben wir uns eine Alternative gesucht. Die vielen Naschereien werden sonst nie ganz gegessen und das wäre doch schade. Deshalb schenken wir Bücher, für die Große eins zum Selberlesen und für die Kleinen zum Vorlesen. Somit schenken wir ihnen nicht nur ein Buch, sondern auch Zeit mit uns. Davon kann man nie genug haben.

Zurück zu den Wurzeln.

Früher dachte ich, das wichtigste sei für Kinder, viele tolle Päckchen unterm Baum zu finden, das lag daran, dass ich mich gerne an ein Erlebnis zurückerinnere, bei dem ich als kleines Mädchen nachts von Geräuschen wach wurde und hinunter ins Wohnzimmer tapste. Ich öffnete die Tür und sah meine Eltern, Großeltern und Tante umd Onkel vorm geschmückten Weihnachtsbaum sitzen und lauter Geschenke einpacken.  Sie sahen wie kleine Weihnachtselfen aus, was ich meiner regen Fantasie zuschreibe, auch das goldene Leuchten und die wunderbare Weihnachtsmusik es war magisch! Im Prinzip habe ich sie dabei erwischt wie sie die Geschenke verpackt haben, doch in meinem kindlichen, verschlafenen Kopf sah ich das Weihnachtswunderland. Mein Herz wurde warm und ich schlich zurück ins Bett und wartete auf den Weihnachtsmorgen. Im Endeffekt waren es aber nicht die vielen Geschenke, die mich glücklich gemacht haben, es war dieses tolle und verzaubernde Gefühl.
Nicht die Geschenke machen Weihnachten zu etwas besonderem, es ist der Zauber, der dieser Zeit innewohnt. Mehr als jedes Geschenk erfreuen sich meine Töchter an den Spuren, die das Christkind und der Weihnachtsmann  ( ja, bei uns kommen beide, wie man hier nachlesen kann) hier hinterlassen, die Traditionen, die wir als Familie haben, die Vorfreude, das viele Essen, aber vorallem das Beisammensein.  Zeit mit der ganzen Familie, ohne Zeitdruck und so gelassen, wie sonst nie im Jahr, weil sich letztendlich jeder vom Weihnachtszauber anstecken lässt (selbst der grummeligste Grinch). Wir müssen zurück zu unseren Wurzeln, zurückerinnern an unsere Kindheit, wie schön sich alles zur Weihnachtszeit anfühlt. Dann wissen wir, was sich unsere Kinder am meisten Wünschen, nämlich nicht Berge an Geschenken, sondern uns, die Menschen, die ihnen am Herzen liegen. Natürlich dürfen Geschenke nicht fehlen, aber ein besonderes, was von Herzen kommt ist so viel wertvoller als einen kompletten Wunschzettel abzuarbeiten.
Ich möchte niemandem das Schenken oder überhaupt das Weihnachtsfest vorschreiben, ich möchte nur meine Gedanken dazu teilen, denn am Ende geht es ja darum, das alle glücklich sind und das ist das Wichtigste.

Ich wünsche jetzt schon eine ganz tolle Vorweihnachtszeit.






Donnerstag, 6. Oktober 2016

5 Jahre mein Mädchen und 1 Jahr klein Bohne



Es ist wieder Oktober, vor fünf Jahren wurde ich im Oktober zum zweiten Mal Mutter.
Ich wurde nicht nur Mutter, ich wurde mit einer wunderbaren Geburt belohnt, die mich von der traumatisierenden ersten Entbindung befreit hat, mich versöhnt hat.
Auf dem Tag genau, vier Jahre später  wurde noch so ein kleines Wunder geboren, der Sohn meiner liebsten Hebamme. Das Datum schien ihm wohl genauso zu gefallen,wie meiner Maus, denn eigentlich hätte er noch Zeit gehabt zum Brüten. Aber manchmal können es die Mäuse es einfach nicht abwarten ihre Eltern kennenzulernen,  was ich in diesem Fall total verstehen kann.
Sie hat schon mal einen Brief hier veröffentlicht. 
Nun habe ich die Ehre ihren Geburtsbericht mit euch zu teilen.


"Von der Babyparty zum Bajewäsche in 7,5 Wochen

Es ist Montag der 05.10.2015. Ich mag Montage, sie strotzen immer vor Neubeginn, neuer Energie. Und offenen Geschäften. Eine lange Einkaufsliste, die abgearbeitet werden möchte liegt in der Küche.
Ich habe den gesamten gestrigen Tag auf dem Sofa verbracht. Eigentlich war ein Ausflug auf die Ronneburg geplant, aber eine bräunliche Schmierblutung sagt mir, dass ich mich lieber ans Sofa kette. Eine leichte bräunliche Blutung ist kein Grund für Panik und acht Wochen vor Termin mal normal.
Ich bin heute in der 32 plus 3 Schwangerschaftswoche, 28 Jahre alt, Hebamme und plane eine Geburt zu Hause.
Die Hälfte der Artikel auf meiner Einkaufsliste wollen aus dem Baumarkt besorgt werden und sind für meine kleine romantische Hausgeburt.
Montags ist die Blutung verschwunden, aber sie lässt mich nicht los. Das Telefon klingelt. Meine Hebamme ist dran, sie hat die ganze Nacht gearbeitet und will die Schwangerenvorsorgeuntersuchung verschieben, Kein Problem. Wir haben Zeit. Ich telefoniere mit einer befreundeten Ärztin, die heute keine Zeit hat nach mir zu sehen, aber morgen. Kein Problem. Wir haben ja Zeit, es geht mir gut.
Wir bringen unseren Haushalt in Ordnung und starten am Vormittag.
12:01 Uhr wir kaufen im Paradieschen Suppengewürz für Kürbissuppe und einen Kürbis.
Klein Bohne in mir strampelt, auch das Ungeborene mag heute unbedingt Kürbissuppe essen. Die Sonne scheint und das Wetter ist gut. Die Suppe wird auf der Terrasse gegessen.
Um 12:35 Uhr erstehen wir im Mediamarkt eine neue Mikrowelle, um die schönen Kirschkernsäckchen aufzuwärmen.
Auf dem Kassenbon von LIDL um wird die Uhrzeit 13:31 Uhr abgedruckt, als wir unseren Wocheneinkauf erledigen. Was besonderes kann ich gerade nicht entdecken, ich wollte wohl backen. Ich erinnere mich für diese Woche zwei Torten machen zu wollen.
Die Vorletzte Station ist bei Rossmann. Wir kaufen um 13:53 Uhr unsere Urlaubsfotos, die wir über das Fotolabor haben entwickeln lassen. Ein Nierenwärmer und eine Naturmoorkissen aus der Ideenwelt.
Vor dem Geschäft treffe ich eine von mir betreute Frau. Die treffe ich ständig und überall. Wir verquatschen uns.
Um 14:20 Uhr kaufen wir ein Päckchen Paracetamol in der Apotheke. Zum ersten Mal in der Schwangerschaft verspüre ich seit dem Besuch bei LIDL einen pulsierenden Kopfschmerz über dem rechten Auge. Eine beginnende Migräne?

Zu Hause beschließe ich ins Bett zu gehen. Mein Mann kümmert sich um die gekauften Sachen. Der Baumarktbesuch ist verschoben. Kein Problem. Wir haben Zeit.

Um 15:45 Uhr werde ich wach, der Kopfschmerz ist weg, mein Mann sitzt am Bett und fragt, ob es mir besser geht und ich etwas essen möchte.

Pitsch. Was war das? Ich laufe aus. Pinkel ich grad ein? Was los ist, möchte mein Mann wissen. Weiß ich nicht, antworte ich. Ich weiß es eigentlich genau. Meine Fruchtblase ist geplatzt. Ich gehe zur Toilette, gegenüber des Schlafzimmer. Es läuft. So fühlt sich das also an. Er folgt mir, alles in Ordnung, Schatz? Ja, meine Fruchtblase ist geplatzt.
Bist du dir sicher? Ja, ich bin mir sicher. Und was jetzt? Soll ich unsere Hebamme anrufen?
Du brauchst sie nicht anrufen, sie näht sie jetzt auch nicht wieder zu.
Alles läuft in einer Ruhe ab, dass man glauben könnte, man befände sich inmitten einer Loriot-Szene. Gleich wird jemand sagen, es ist noch Suppe da.
Aber keiner sagt, dass noch Suppe da ist. Ich bitte meinen Mann um ein Handtuch und um ein Telefon. Ich telefoniere mit einer befreundeten Hebamme. Ich versuche das nächstgelegene Krankenhaus anzurufen. Mein Wissen ist wie weggeblasen. Wie weit bin ich schwanger? Wo darf ich eigentlich hin? Fahren wir mit einem Krankenwagen?

Ich sammle mich. Danach ziehe ich mich um, wir schnappen Portemonnaie und Mutterpass, ich öffne unser Hoftor und wir fahren mit dem Privat-PKW ins nächstgelegen Krankenhaus. Ich habe von Beginn der Schwangerschaft eine ausgezeichnete Verbindung zu meinem Kind. Es geht ihm gut, das spüre ich.
Ich bin nicht aufgeregt. Ich bin auch nicht traurig, eine Frühgeburt, bedeutet eben keine Hausgeburt, damit kann ich leben. Et kütt, wie et kütt.

Angekommen im Krankenhaus gehen wir Hand in Hand in den Kreißsaal. Bekannte Gesichter schauen mich erstaunt an. Was ich hier mache? Ja, einen Blasensprung habe ich. Ich bin in der 32 plus 3 Schwangerschaftswoche. Ja, das ist ja jetzt doof. Wir lachen.
Und als ob Bohne abgewartet hätte, setzen jetzt Wehen ein.

In meinem HypnoBirthing Kurs habe ich gelernt Wehen als Wellen zu bezeichnen. Das kann ich gerade nicht mehr, sie tun verdammt weh. Ich muss veratmen.
Ich liege eine gefühlte Ewigkeit am CTG, es geht mir gut. Wir rufen niemanden an. Der Ultraschall ist gut. Man möchte probieren, die Geburt noch etwas aufzuhalten. Ich bekomme punkt 19:00 Uhr eine Tokolyse (Wehenhemmer) und Celestan (Lungenreife, die es dem Baby nach der Geburt erleichtern soll zu Atmen). Ich weiß innerlich, dass es nichts nützen wird. Ich lache. Es wird kommen.
Ich verbringe die gesamte Nacht im Kreißsaal. Nicht schlafend, Alle zehn Minuten habe ich Wehen. Alle zwei Stunden steht der Oberarzt am Bett und fragt mich nach meinem Befinden. Ich versuche alle zwei Stunden ihn davon zu überzeugen, dass das Kind kommt. Ohne Erfolg.

Am folgenden Mittag, Dienstag der 06.10.2015 ist es dann soweit. Die Geburt von Bohne lässt sich nicht aufhalten. Warum auch, Bohne wird schon wissen was es da tut. Der Wehenhemmer kommt weg, die zweite Lungenreife wird vorgezogen.

Die folgenden 2,5 Stunden behalte ich im Detail für mich. Ich konnte mein HypnoBirthing anwenden. 

Um 17:34 Uhr bin ich überwältigt. Ich lerne das beste Blind Date meines Lebens kennen. Linus. Er ist perfekt. 1830 g Geburtsgewicht, 46cm Länge und 32,5cm Kopfumfang. Man lässt mir Zeit zu bonden (nackiges Kuscheln direkt nach der Geburt, Haut an Haut). Dann übergebe ich Linus an den bereitstehenden Kinderarzt.
Um 17:40 Uhr verlässt der Kapitän, meine Plazenta, das Mutterschiff. Die Geburt ist vorbei. Ich bin Mama (das bin ich seit dem 15.03. aber heute endgültig).



Heute ist Linus 11 Monate und zwei Wochen alt, wir planen aktuell akribisch seinen ersten Geburtstag. Ich nehme mir seit seinem Geburtstag vor, die Geburt aufzuschreiben. Ich wurde gebeten, noch ein paar Details über das erste Jahr zu verraten.

Mein Junge ist gesund, wir konnten ihn nach schon dreieinhalb Wochen mit in sein Zu Hause nehmen. Er entwickelt sich prächtig und er bereitet uns jeden Tag sehr viel Freude. 

Ob es einschneidend war? Ja, sehr.
Ob ich noch ein Kind bekomme? Ja, ganz sicher. Nicht heute. Morgen nicht gleich.
Ob ich was anders mache? Vielleicht den Termin erreichen. 
Was ich genauso mache? Bedingungslos lieben. "

Danke, dass du diese wundervolle, wenn auch turbulente Erfahrung hier teilst.
Happy Birthday mein Mädchen und Happy first Birthday Klein Bohne. ❤

Samstag, 24. September 2016

Muddi, was soll der Stress?



Als ich vor fünf Jahren schwanger war, war es Trend, in so vielen Schwangerschafts- und Babykursen wie möglich angemeldet zu sein. Dort mitzumischen gehörte quasi zum guten Ton.
Wir lebten zu der Zeit in einem Dörfchen außerhalb und das Auto hat der Mann benutzt, also war mein Radius etwas eingeschränkt.  Ich ging zur Geburtsvorbereitung bei einer Hebamme und nach der Geburt zu einem Rückbildungskurs, aus der sich dann eine kleine Gruppe zur Krabbelgruppe zusammenschloss.
Babyschwimmen, Pekip und Co. habe ich nicht mitgemacht.
Jedenfalls scheint sich in den fünf Jahren einiges getan zu haben, Mütter profilieren sich im Netz damit, dass sie keine Kurse oder Gruppen besuchen wollen, da sie andere Mütter im Allgemeinen nicht leiden können.  Alle Mütter würden nur über volle Windeln, Babykotze und anderen unappetitlich klingenden Themen reden. Die profilierenden Mütter halten sich für die Aussenseiter, lachen über die Mütter, die sich in Cafés treffen und sich dort austauschen. Sie versuchen sich im Netz zu überbieten, wer mehr Außenseiter ist.
"Ich hatte nicht mal eine Hebamme." Eines der Sätze, die ich fand.
Natürlich ist es jedem selbst überlassen, wie er gebärt und sein Leben mit Kind gestaltet, aber nur um möglichst individuell zu sein auf eine Hebamme zu verzichten ist meiner Meinung nach eher ziemlich einfältig.  Ist eine Hebamme ein Trend? NEIN.
Eine Hebamme ist eine Bereicherung und nichts weshalb man sich schämen sollte. Vorallem für Mütter, die ihr erstes Kind erwarten oder bekommen haben und viele Fragen haben, ist eine Hebamme Gold wert. Genau wie Gruppen, in denen sie sich mit anderen Müttern austauschen können,  persönlich, statt anonym im Internet.
Ihnen diese Bereicherung madig zu machen finde ich unter aller sau.
Zwanghaft sich gegenseitig überbieten zu wollen, wer am wenigsten diese Dinge mitgemacht hat, ist genauso dämlich wie die Entwicklungsvergleiche, die sie den anderen Müttern unterstellen.
Im Prinzip das Gleiche.
Diese große Rivalität zwischen Müttern, das alle über einen Kamm scheren, das Vergleichen, konkurrieren und miesmachen ist einfach beschämend. Im Großen und Ganzen sind wir alle Mütter und was für eine Bereicherung es doch wäre,  wenn wir unseren Ego mal zurückstecken würden und tiefer schauen würden, als jetzt.
Wenn wir den Menschen hinter der Fassade sehen würden,  die Unsicherheiten, die Liebe zum Kind, Bedürfnis nach Austausch und der Hoffnung dies in diesem Café, bei dem Müttertreff zu finden. Was wenn dort ein Mensch sitzt, eine Mutter, die die perfekte Freundin wäre und diese Freundschaft nie entstehen wird, da man meint dass es besser ist solche Treffs zu meiden.
Man muss nicht zu jedem Treffen, Kurs oder Gruppe gehen, aber alle die dort hingehen in eine Schublade zu stecken ist auch falsch. Klar sind da auch Menschen, die einem super auf die Nerven gehen, vielleicht sogar viele, aber das weiß man erst wenn man mal mit jedem gesprochen hat.
Ich hoffe wirklich, dass das mal ein Ende hat und Mütter endlich anfangen Toleranz zu zeigen.
Mutterschaft ist kein Wettbewerb, auch wenn man das bei manchen Müttern denken könnte.
Neben dem oben schon beschriebenen Phänomen gibt es ja auch noch das andere Extrem und mindestens genauso extrem nervig.
 Diese Gruppierungen, in denen sich Mütter fast schon religiös identifizieren.
Ich schaue gerne auf sozialen Netzwerken verschiedene Profile an und wenn jemand in seiner Bio stehen hat, dass sie z.B. Stoffwindeln nutzt oder Bugaboofanatikerin oder andere Dinge, die nichts mit dem Charakter der Person zu tun haben, dann klicke ich schon weiter.Ich habe nichts gegen Stoffwindeln finde sie sogar klasse, auch hab ich nichts gegen Bugaboos, aber ich will Menschen sehen und nicht ein lebendes Sammelsurium an Klischees, nur um in einer bestimmten Gruppe anerkannt zu werden.
Manche Mütter sind eine wirklich merkwürdige Spezies. Die Frage ist, waren sie schon vor der Mutterschaft so oder haben Hormone die Schuld an diesem unsäglich nervigen Verhalten?
Es wird verglichen, ausgegrenzt, konkurriert, gelästert, angegeben und so weiter und so fort.
Aber warum?
Wozu dieser Konkurrenzkampf?
Ich stehe oft auf dem Beobachterposten und folge diesem Verhalten.  Alles ist so oberflächlich, nicht mehr der Mensch zählt, sondern nur was sie hat oder welchem "Erziehungsstil" sie verfolgt. Passt man nicht zu hundert Prozent in diese Klischees landet man schnell wiede außerhalb der Gruppe.
Ernsthaft, kann das denn wirklich erfüllend sein? Sich mit Menschen umgeben, deren Charakter vollkommen zweitrangig ist?
Ich finde ja, würde man all diese Gruppen durcheinandermischen, an einem großen Tisch und jede Mama würde mal zur Wort kommen, in einem respektvollen und offenen Gespräch,  alle könnten eine Menge voneinander lernen.
Aber dafür müsste man erstmal über den eigenen Schatten springen, eingestehen, dass die eigene Erziehung nicht die einzige Möglichkeit ist wunderbare Kinder heranzuziehen.

Am Ende ist es doch immer das Gleiche.  Mütter gehen gegeneinander vor, ob nun als Mutter, die einfach total anders sein will als alle anderen oder als Mama, die unbedingt und stur an bestimmten Dingen festhält, um zu einer gewünschten Gruppe zu gehören und schließen dabei andere aus.
Dabei wird vergessen, wie gut eine bunte Mischung sein kann.
Vergleichen wir es mal mit einem Salat, an einem puren Kopfsalatblatt zu knabbern ist nicht gerade die Erfüllung,  doch mit Tomaten, Zwiebeln, anderen Zutaten und einem tollen Dressing kann daraus was ganz gutes werden.

Dienstag, 20. September 2016

Dieser eine Moment...



Momente gibt es unendlich viele im Leben, fröhliche, traurige, spannende, manche sind einfach nur langweilig und bleiben nur kurz in der Erinnerung, bevor sie für immer verblassen. Doch dieser einzigartige Moment, wenn du dein Kind zum ersten mal auf den Arm nimmst, es anschaust, dieses starke, unglaubliche Gefühl, welches dein Herz zum Überlaufen bringt. All diese Emotionen, Glück, Angst, Freude, alles zugleich, ausgelöst durch dieses kleine, perfekte Wesen in deinem Arm. Dieses Gefühl verblasst niemals, staubt niemals ein, es brennt sich in Herz und Verstand gleichermaßen.
Viele Mutter bedauern, dass sie nicht sofort verliebt waren in ihr Baby, als sie es das erste mal sahen, sie sind traurig, da sie nicht von purem Glück überschüttet waren. Haben ein schlechtes Gewissen, da sie Angst hatten, Zweifel hegten und nicht ausschließlich durch die rosarote Brille geschaut haben. Aber auch das ist Liebe.
Denn Liebe ist mehr als Glück. Liebe ist auch Angst, Verzweiflung und Sorge. Liebe ist eine Kombination aus vielen Gefühlen, schönen und weniger schönen,  aber in dieser Kombination das stärkste Gefühl, das es gibt.
Und nie ist sie so stark wie in diesem einen Moment, wenn man sein Baby das erste Mal ansieht.



Süßkartoffel-Butternut-Parmigiano Suppe

Herbstzeit ist Suppenzeit, ich hab mal wieder experimentiert 
und diese leckere Suppe kam dabei raus.




Was man braucht:

1 Süßkartoffel
1 Butternutkürbis
1 Bund Lauchzwiebel
2 rote Zwiebeln
2 Karotten 
3 kleine Kartoffeln (mehlig am besten) 
(und wer mag eine kleine Zucchini)
3 gehäufte Teelöffel Pimenton mild
1-2 Teelöffel Kreuzkümmel 
Prise Salz
Wasser
125ml Sahne
3 gehäufte Esslöffel Parmigiano (Parmesan)


Wie es geht:
Alle Gemüse schälen und kleinschneiden, 
in einem Topf mit etwas Fett und den Gewürzen anbraten,
 wegen der guten Röstaromen. 
Mit Wasser aufgießen, dass alles leicht bedeckt ist und mit Deckel köcheln
 lassen, bis es schön gar ist.
Sahne dazu und Parmigiano unterrühren.
Kurz nochmal aufkochen lassen und dann mit dem Pürierstab cremig rühren.
Fertig.
Guten Appetit!


Samstag, 17. September 2016

Manege frei von Tierleid.


Donnerstag waren wir auf einer Protestaktion vor einem Zirkus.
Warum? Weil ich ein Tierfreund bin und ich es nicht gutheißen kann, dass Tiere zur Belustigung von Menschen, mit Gewalt dressiert werden und ihr Leben.lang unter unwürdigen Bedingungen leben müssen.

Warum ich das hier schreibe? Weil an dem Tag viele Eltern mit Kindern in den bunten Zirkus gegangen sind und ich wenige Minuten zuvor Zeuge wurde, wie ein Zirkusmitarbeiter einen Tiger mit einem Besenstiel mehrfach gestochen hat, um ihm seinen Willen aufzuzwingen.

Wollen wir unsere Kinder nicht zu guten Menschen erziehen? Wie können einige sie dann guten Gewissens dort hinbringen und ihnen somit zeigen, dass es okay ist, dass Tiere zur Unterhaltung der Menschen gequält werden.
"Ja ich weiß das, aber mein Kind möchte die Clowns sehen." Das war die Begründung einer Mutter, die danach in dem Zelt verschwand.

Es gibt viele Zirkusse (hoffe das ist die Mehrzahl) bei denen keine Tiere auftreten, die allein mit Menschen eine tolle Show bieten. Wäre das nicht eine Alternative?

Ich möchte nicht militant erscheinen, noch will ich Anderen etwas vorschreiben, nur zum Nachdenken anregen. Deshalb schreibe ich auch keine Geschichten, was mit den Tieren genau passiert, Interessierte finden genug bei Google.

Aber ich hoffe wenigstens einigen Menschen zum Nachdenken zu bringen.

💜

Freitag, 16. September 2016

Hallo fremde Mutter,


ich habe Dich heute, auf meinem Weg zum Supermarkt, gesehen wie Du lautstark meckernd Deine Hände an einem Gartenzaun abgewischt hast. Ich dachte du schimpfst mit deinem Hund, der dort vielleicht hingemacht hat und du keine Tüte zum einsammeln hattest. Als ich näher kam sah ich, dass du keinen Hund hast, sondern eine wunderschöne, kleine, blonde Tochter. Du hast mich gesehen und deine Tochter über die Straße gezogen und liefst nun vor mir her, die kleine Maus hinter dir, weinend, da ihre Kleidung beschmutzt war. Sie lief komisch, warum habe ich erfahren, als du dein Handy gezückt und eine Person angerufen hast. Du hast gebrüllt. Dein Kind hat in die Hose gemacht. Du sagtest sie habe ein Ei geschissen, da Du mit ihr geschimpft hattest. Und nun brüllst du die Person am Telefon an und dein Kind, vollgeschmiert mit ihrem eigenen Kot läuft hinter dir her. Ich überhole dich, während du am Telefon hängst. 
Plötzlich höre ich ein Auto bremsen. Dein Kind wäre fast vor ein Auto gelaufen. Du bist noch aufgeregter, legst aber nicht auf. Schreist, wenn Du sowas gemacht hättest, hätte Deine Mutter dir den Kopf abgerissen. Dein Mädchen versteht das doch noch gar nicht, sie ist doch noch zu klein, alleine auf der Straße zu laufen. Wie alt mag sie sein, ist sie überhaupt schon drei? Du biegst ab, ich geh über eine Straße und laufe nun wieder hinter Dir.
An einer Ampel holst Du mich wieder ein, noch immer am Meckern, aber das Telefon ist weg. Ich spreche Dich an, dass der Weg den Du gelaufen bist schneller ist als meiner und ich mir den für die Zukunft merke. Ich dachte ein netter Smalltalk reisst Dich aus dem Strudel des Meckerns raus. Aber nun knurrst Du mich unfreundlich an. Bevor ich es für Dein kleines Mädchen schlimmer mache, gehe ich weiter. Dann bist Du weg.
Seitdem denke ich über Dich nach. Jeder Mensch hat mal schlechte Tage, dann läuft alles schief, was nur schief laufen kann. Aber Dein kleines Mädchen kann nichts dafür. 
Ich schimpfe auch mit meinen Kindern, aber nicht wenn sie in die Hose machen oder gar so, dass sie sich deswegen in die Hose machen. Und dann auch noch auf offener Straße.   Was eine Demütigung. Ja auch Kinder fühlen Scham und Demütigung.
Ist die Sicherheit Deiner Tochter nicht so wichtig, dass Du mit dem Anruf nicht hättest warten können, bis du Zuhause bist? Sie hatte bestimmt Angst, als das Auto sie fast erwischt hatte und eine Umarmung wäre besser gewesen als Schimpfe. Schließlich war es Deine Schuld, kleine Kinder gehören an die Hand im Straßenverkehr.

Liebe fremde Mutter, ich möchte Dich mit diesen Zeilen nicht anprangern oder bloß stellen. Ich möchte, falls die klitzekleine Möglichkeit besteht dass du diese Zeilen liest, du diesen Tag reflektierst und Dich in die Position deiner Maus versetzt.
Hättest Du etwas anders gemacht im Nachhinein? Ich denke schon. Aber es ist noch nicht zu spät. Umarme Dein kleines Mädchen. Entschuldige Dich für die Worte, die Du gesagt hast.
Behalte diese Gedanken fest im Hinterkopf, falls es nochmal zu solch einer Situation kommen sollte, atme tief durch und denke daran, wieviel Schaden böse Worte anrichten können.
Ich wünsche Dir alles Gute für Dich und Deine Tochter und hoffe euch beim nächsten Spaziergang wieder über den Weg zu laufen, aber dann zwei lachende Menschen zu sehen.

Liebe Grüße


Warum ich diesen offenen Brief an eine Fremde geschrieben habe? Weil ich ihr diese Worte gerne gesagt hätte, mich aber nicht getraut habe, aus Angst, sie fühle sich bedrängt oder bedroht und lässt das dann auch an ihrer Tochter aus. Sie ist kein Einzelfall, oft habe ich gestresste Mamas gesehen, die in ihrer Verzweiflung auch die Kinder nicht verschonen. Mir ist das auch schon passiert, dass ich unnötig laut wurde, nur weil ich total gestresst, müde oder übel gelaunt war. Aber was können unsere Kinder dafür?  Nichts.
Sie sind Kinder, unbedarft, spielend und haben keine Ahnung davon wieviel in unseren Köpfen vor sich geht. Müssen sie auch nicht, sind ja Kinder. Deshalb sollte man innehalten, sich selbst reflektieren und tief durchatmen.
Unser Alltag ist ihre Kindheit.


Mittwoch, 7. September 2016

Die Welt ein wenig bunter machen...



Sonnenblumen, Sonnenschein, Fröhlichkeit, an diese Dinge denke ich, wenn es um die Farbe Gelb geht.
Heute mag ich erklären, wie man mit ganz einfachen Mitteln weiße, natürliche Textilien, wie Baumwolle, Wolle oder Leinen u.s.w. in ein wunderschönes Gelb einfärben kann.

Was man braucht:
●Textilien aus natürlichen Geweben, ich habe mich für die Mullwindeltücher meiner Kleinsten entschieden, denn sie werden als Spucktücher nicht mehr gebraucht und gefärbt sind sie ein nettes Accessoire in der Verkleidungskiste.
●Einen großen Kochtopf mit Deckel
●Wasser
●Kurkuma Gewürzpulver (findet man bei den Gewürzen im Supermarkt)
●Gegebenfalls Schnur, wenn man Batikmuster einfärben mag

Und los geht's:
Topf mit Wasserfüllen, so dass später die Textilien bedeckt sind. 
Ich habe 4 gehäufte Teelöffel Kurkuma ins Wasser gegeben und aufkochen lassen. Das ganze muss dann 30 Minuten köcheln.
30 Minuten vorbei? 
Dann nimmt man den Topf vom Herd und legt die Textilien hinein.
Entweder ganz normal oder mit kleinen abgebundenen Stellen, die am Ende weiß bleiben sollen, für den Batikeffekt.
Alle Textilien müssen bedeckt sein, für ein ebenmäßiges Ergebnis.
Ab und an mal umrühren ist nicht schlecht.
Wieder warten wir 30 Minuten, länger geht natürlich auch z.B. über Nacht.


Den Stoff dann aus dem Sud nehmen und ausspülen. 
Danach hab ich sie bei 30 Grad in der Waschmaschine gewaschen und im Trockner getrocknet. 
Sonnenlicht bei der Trocknung kann die Farbe etwas ausbleichen, weshalb ich mich für den Trockner entschieden habe.

Sind die Farben nicht wunderschön?

Batikeffekt durch hintereinander gereihtes Abbinden des Tuches

Batikeffekt durch Abbinden kleiner Stücke des Stoffes
Die pinken Tücher im obersten Bild sind mit richtiger Textilfarbe für die Waschmaschine gefärbt.

Montag, 8. August 2016

Zucchini -gegrillte Paprika-Suppe



Ich habe mal ein wenig experimentiert.
Zwar hab ich das Rad nicht  neu erfunden, aber ein feines Süppchen ist dabei entstanden.

 Zutaten für 4 Personen
2 gelbe Zucchini 
3 lange rote Paprika
2 Karotten 
4 kleine Kartoffel
1/2 Gemüsezwiebel
3 Frühlingszwiebel
1/2 rote Chilischote
Pimenton
Salz
Pfeffer
Kreuzkümmel
Petersilie
200ml Sahne

Und so wirds gemacht:
Gemüse grob schneiden. 
Zwiebeln hacken und in einem Topf mit etwas Butter glasig anbraten.
Gemüse hinzugeben und anbraten.
Man kann das Gemüse entweder so anbraten oder im Backofen angrillen.
1 Esslöffel Pimenton dazugeben und dann gut durchrühren. Ich mag den milden Pimenton, der schmeckt nicht so scharf, gibt aber einen guten Geschmack ab. 
Nun das Ganze mit Wasser auffüllen, bis fast alles bedeckt ist. 
Salzen und ein wenig Pfeffern und Kreuzkümmel hinzugeben und mit Deckel köcheln lassen, bis die Karotten und Kartoffeln durch sind.
Kurz vor dem Garpunkt die Petersilie in den Topf und kurz mitkochen.
Suppe vom Herd nehmen und passieren.
Mit Sahne abschmecken und gegebenenfalls nochmal nachwürzen und nochmals kurz aufkochen lassen.
Fertig.

Guten Appetit!

Samstag, 23. Juli 2016

In was für eine Welt...

Und wieder sitzt die Welt gebannt und schaut auf den Bildschirm, vor dem Fernseher oder unterwegs am Smartphone, um Informationen zu erhalten. 
Schock, Angst und Trauer und keine Antwort auf die Fragen, die sich alle stellen. Warum?Wie geht es weiter?

Es stellt sich noch eine Frage, die mir immer wieder in Sozialen Medien oder auch von Menschen in meinem Umfeld auffällt, in was für eine Welt wachsen unsere Kinder auf?

Diese Frage hat mich ein wenig beschäftigt. 
Ich bin nun schon fast siebzehn Jahre Mutter. In diesen siebzehn Jahren passierte eine Menge, seien es Amokläufe auf Schulen, Terroranschläge, Krieg in Krisengebieten, schreckliche Entführungen, Vergewaltigungen, Morde, Erpressungen und und und. 
Schon bevor ich Mutter wurde habe ich solche Bilder in den Nachrichten gesehen. In unserer Welt gab es noch nie Frieden, irgendwo gab es immer Leid. Trotzdem habe ich bewusst drei Kinder in diese Welt geboren. War ich nun verantwortungslos? Habe ich ihnen bewusst ein schreckliches Schicksal auferlegt?
Nein. 
Zwar war all der Leid, Terror und Schmerz nie so nah, so allgegenwertig wie er momentan, dank Medien und sozialer Netzwerke ist, aber er war schon immer da und trotzdem haben wir bisher ein sehr glückliches und friedliches Leben gelebt.
Keine Kinder mehr in die Welt zu bringen wäre der falsche Weg, definitv, denn sie sind die Zukunft und wir gestalten sie durch unsere Kinder. Nun ist es wichtiger denn je, darauf zu achten, dass unsere Kinder Toleranz, Respekt, Nächstenliebe gegenüber Menschen und Umwelt erleben und erlernen.
Sie sollen lernen, dass alle Menschen gleich sind, egal welcher Kontostand, Lebensweise oder Glauben und jeder gleich behandelt werden sollte, nämlich so, wie man selbst behandelt werden mag. Dass Hass, Neid und Missgunst einem nichts bringen, ausser Schmerz. Wenn wir unsere Kinder sensibilisieren, könnten sie eine Wendung bringen. 

Wie am aktuellsten Fall, sieht man wo zum Beispiel Mobbing hinführen kann. 
Als ich in die fünfte Klasse kam, waren wir gerade frisch umgezogen, neuer Ort, neue Schule und ich kannte niemanden in meiner neuen Klasse. Dank meines Namens dachte aber jeder mich zu kennen. "Ausländer raus!" Rufe, Schläge und psychischer Druck durch Zehntklässler begleiteten mich die ersten Wochen in der neuen Schule. Ich habe einen halben Vormittag im Jackenschrank verbracht, nachdem man mich geschlagen und dort eingesperrt hatte. Ich dachte, lieber darin eingequetscht ausharren, als denen nochmal über den Weg zu laufen und wieder Schläge kassieren. 
Ich war alleine mit meiner Angst, bis sich jemand für mich einsetzte und das ganze beendete. Solche Ereignisse wiederholten sich trotzdem immer mal wieder, aber ich war nicht mehr alleine und das gab Kraft sich dem zu stellen und nicht mehr als Opfer zu sehen.
Was passiert, wenn man keine Hilfe hat, wenn man alleine bleibt, mit seiner Angst und dem Mobbing? 
Wohin Angst, Frustration und das Gefühl sich rächen hinführen kann, sieht man ja an den vielen Schulamokläufen der vergangenen Jahre. Damit möchte ich diese Taten nicht rechtfertigen, es ist schrecklich was passiert ist. 
Aber sie passieren nunmal nicht grundlos.
Können wir unsere Kinder dahingehend sensibilisieren, weder Täter noch Opfer von Mobbing zu werden und somit einen Grund für solche Amokläufe zu beseitigen?
Ist es möglich ihnen so viel Selbstbewusstsein, Mitgefühl und Nächstenliebe mitzugeben, dass sie sich jedem gegenüber gleichwertig fühlen?
Ich hoffe es und versuche es.
Wir sollten nicht wegschauen, nicht die Augen verschließen und denken uns geht es nichts an, egal wie klein die Ungerechtigkeit ist, dessen wir Zeuge werden. Jeder ist verantwortlich und kann sich nicht rausreden. Lehrer, die Mobbing wahrnehmen und als Kinderkram abtun. Nachbarn, denen Auffälligkeiten in einer Familie auffallen. Man muss aktiv werden und nicht abwarten. Es muss selbstverständlich werden, dass es nichts schlimmes ist, sich Hilfe zu suchen. Dass man mit seinen Ängsten und Sorgen ernstgenommen wird.

Wir können schon im Alltag, mit kleinen Gesten anfangen, ich grüße zum Beispiel jeden, der an mir vorbeikommt freundlich, meine Kinder machen das auch, schliesslich sehen sie es bei mir und es ist für sie normal. Wir werfen keinen Müll auf den Boden oder heben herumfliegendeTüten auf und werfen sie in den Müll, denn wer seine Umwelt respektiert geht auch ganz anders mit den Lebewesen darin um. Wenn ich beim Shoppen meine Pfandflasche nicht in die siffigen Mülltonnen werfe, sondern daneben stelle, damit die Pfandsammler nicht in den Müll greifen müssen, gebe ich ihnen zumindest in diesem Moment ein Zeichen, dass ich sie respektiere. Wenn die Person an der Kasse vor einem einige Cent fehlen und sie nicht bezahlen kann, dann gebe ich ihr diese, was sind schon ein paar Cent, wenn ich jemandem so helfen kann. Es fallen mir noch viele weitere Beispiele ein, aber das würde den Rahmen sprengen und ich denke, jeder kennt die kleinen aber feinen Gesten, die man im Alltag machen kann, um den Tag für sich und andere zu verschönern.
Ich bin der Meinung, dass man auf diese Art Ignoranz und Abgrenzung entgegenwirken kann.
Wir dürfen nicht abstumpfen, verrohen, wir müssen weiterhin empathische Menschen bleiben.
Wirklich wichtig ist es, unseren Kindern zu zeigen, dass diese Taten trotz allem nur ein Bruchteil dessen sind, was auf der Welt passiert, dass es auch gute Dinge gibt, viele gute Dinge gibt und es sich für diese zu kämpfen lohnt. Sie müssen wissen, dass sie glücklich sein dürfen, auch wenn es auf der Welt nicht immer friedlich zugeht. Nur in Angst leben, macht die Welt nicht besser und wir brauchen starke, nicht ängstliche Kinder, um irgendwie einen Wandel hinzubekommen.

Natürlich ist das keine Lösung für das große Problem, es wird immer Menschen geben, die sich über andere Menschen stellen und um Macht zu erlangen sogar über Leichen gehen, jedoch ist es eine Möglichkeit, die jeder einzelne Mensch umsetzen kann. Weltweit.
Und wenn wir jetzt endlich alle, Hand in Hand miteinander und nicht egoistisch gegeneinander arbeiten, schaffen wir eine wahrnehmbare Änderung in kürzester Zeit.

Donnerstag, 21. Juli 2016

von kleinen Schuhverweigerern...

Es gibt nichts besseres für Kinderfüße, als barfuß durch die Welt zu stapfen.
Aber manchmal sind Schuhe doch eine tolle Sache, zum Beispiel wenn man auf die Straße muss. Anfangs gabs die Lederpuschen. Wir kauften ein paar für die Taufe, die individuell hergestellt wurden.

Unsere Taufpuschen♥

Zum Krabbeln und Laufanfang gabs dann ein paar Neue, auch individuell nach meinen Wünschen hergestellt. Sie mussten einiges aushalten die armen Teile, meine Maus hat kein Mitleid mit ihnen gezeigt. Trotzdem haben sie immer gut ausgesehen, selbst als ich sie dann aussortieren musste, da sie nicht mehr passten.
Die Krabbelpuschen mit süßen Federn♥


Dann kam die Zeit, in der sie richtig gut laufen konnte und ich mir dachte, es wird Zeit für richtige Schuhe. Ich habe extra die Laufanfängerschuhe von der großen Schwester aufgehoben und nachdem ich nachgemessen hatte und sie die richtige Größe hatten, hab ich sie ihr angezogen.
Geschrei!!!
Die Maus schrie, wand sich und versuchte sich die Schuhe von den Füßen zu reißen.
Also schnell wieder raus. Sie tippelte los und holte mir die alten Lederpuschen. 
Ich bestellte ihr sofort neue.


Gleich zwei Paar, denn ein Mädchen braucht doch Auswahl. 

Dann soll mein Mädchen halt keine richtigen Schuhe anziehen, sie trägt jetzt weiterhin die Lederpuschen. Ich finde das ist mir anderthalb Jahren auch noch vollkommen okay.
Die Puschen, die ich bei einer Bekannten herstellen lasse, sind super robust und halten auch alles aus, selbst schlurfende Treppensteigübungen.
Die Kleine bringt morgens nach dem Anziehen immer das Paar, welches sie für den Tag anziehen mag. Komischerweise zeigt sie dabei ein besseres Kombinationsgeschick als ich. 
Aber ab Herbst müssen die Maus und ich nochmal die Schuhdiskussion starten, Pfützenspringen ist etwas, das man nicht früh genug erleben kann und das geht nun wirklich nicht in Puschen. Aber für Zuhause gibts dann trotzdem noch welche.


Alle hier gezeigten Puschen habe ich bei lieben Jenni erworben.
Hier ihr Instagramprofil und ihr DawandaShop 
Viel Spaß beim Stöbern!





Samstag, 16. Juli 2016

Verschiedene Wege gehen.


Letzte Woche war ich auf einer ganz besonderen Veranstaltung.
Meine Große hat ihren Abschluss gefeiert, mit offizieller Zeugnisvergabe und wir Eltern waren eingeladen.  Für mich war es gleich doppelt toll, denn erstens hat meine Erstgeborene die Realschule mit einem super Zeugnis abgeschlossen und macht jetzt Abitur und zweitens war ich zuvor nie auf solch einer Veranstaltung, schließlich hatte ich in dem Alter, in dem meine Große jetzt ist einen dicken Kugelbauch, indem sie unter meinem Herzen vor sich hinbrütete.
Es war toll. Ich hätte vor Stolz platzen können, als ich sie da oben auf der Bühne stehen sah, mein kleines Mädchen, mit der ich mein halbes Leben verbracht habe ist eine erwachsene, junge Frau geworden. Eine tolle junge Frau, schlau und mit Ziel vor Augen.
Dieses Erlebnis hat mich viel nachdenken lassen, da mir durch die Schwangerschaft solche Ereignisse verwehrt blieben.
Während meine Große jetzt flügge wird und alt genug ist viele neue Dinge zu machen und trotzdem unsere Obhut zu genießen, hatte ich in dem Alter alle Hände voll zu tun damit, schnell erwachsen zu werden, einen Haushalt zu führen und mich auf ein Baby vorzubereiten.
Oft wurde ich gefragt,  wie es wohl wäre, wenn ich nicht so früh schwanger geworden wäre. Ob ich was verpasst hätte. Meist speise ich die Fragenden mit der Antwort ab, dass ich mir das nicht vorstellen kann, aber das kann ich doch. Nehmen wir mal an, ich hätte nie die Umstände erlebt, die zu dieser Schwangerschaft geführt haben, dann wäre ich weiter in meiner alten Schule gewesen, den Abschluss gemacht, Abitur dran gehängt und Kunst studiert. Nebenbei hätte ich Volleyball gespielt. Darin war ich sehr gut. Klingt an sich doch ganz gut, aber ob ich damit glücklich gewesen wäre?
Ich denke es könnte möglich sein, aber etwas hätte ich verpasst.
Nämlich meine Erstgeborene.  Es war hart. Der Spagat zwischen selber Teenie sein und für ein Kind sorgen zu müssen hat viel Energie gekostet, viel Entbehrung.
Meine Wünsche waren plötzlich zweitrangig. Aber ich möchte keines dieser Erfahrungen missen. Hätte ich dieses Mädchen,  diese junge Frau nicht, hätte ich diese wundervolle Person niemals kennenlernen dürfen, wäre mein Leben nicht so wertvoll, wie es jetzt ist.
Ich will mir kein Leben ohne sie vorstellen. Ein Leben voller Lachen, Dramen, Zankereien,  all das mag ich einfach nicht missen. Muttersein ist harte Arbeit, vorallem wenn man selbst eigentlich noch ein Kind ist, aber das war es wert, sie da oben stehen zu sehen und zu wissen, diesen tollen Menschen hast du geschaffen.
Sie wird einen anderen Weg gehen, ihren Weg, einen guten Weg, sie wird studieren, die Welt erkunden und ihr Leben leben und dank ihr habe ich die Chance es durch sie auch selbst ein wenig zu erleben. Ich habe also nichts verpasst und bin dankbar so viel noch durch sie miterleben zu dürfen.
Auchneine Frage, die mir immer gestellt wird ist, ob ich mehr eine Freundin für meine Große bin, als eine Mutter.  Nein. Keine Freundschaft kann so tief gehen, wie die Liebe zum eigenen Kind. Besonders zum ersten Kind. Nein ich bin nicht ihre Freundin und mag es auch gar nicht sein, ich mag ihre Mutter sein, mit der sie aber auch reden kann, wie mit einer Freundin, wenn sie das mag.
Sie soll Freunde in ihrem Alter haben und mit denen das erleben, was man mit Freunden eben so erlebt, ich bin dann für sie da, wenn sie mehr braucht, eine Mama braucht, Wurzeln die Halt geben.

Ja und als sie da so stand, auf dieser Bühne und ihr Abschlusszeugnis entgegen nahm wurde mir auch klar, dass sie nun nicht mehr mein kleines Mädchen ist, ganz und gar nicht und zwischen all dem Stolz und der Freude mischte sich ein wenig Trauer. Erinnerungen an unsere Zeit zu zweit, als es nur uns beide gegen den Rest der Welt gab. Wie lange das her ist, was alles seitdem geschehen ist. Aber das ist gut so, man darf der Vergangenheit nachtrauern, solange man sich auf die Zukunft freut.
Sie wird ihren Weg gehen.  Ihren eigenen. Und ich begleite sie auf dem Seitenstreifen.


Sonntag, 10. Juli 2016

Die Sache mit dem Stillen...

Ich erinnere mich noch daran, ich war schwanger, fest überzeugt stillen zu wollen.
6 Monate wollte ich vollstillen und dann mit der Beikost beginnen und dann bis zum ersten Geburtstag mit dem Stillen durch sein.
Das war der Plan.
Wie das so ist mit Plänen und Kindern, sie sind in der Theorie meist super und die Vorstellung perfekt. Die Praxis sieht allerdings anders aus. Kinder pfeifen auf die Pläne der Eltern, sie haben ihre eigenen Pläne.
Ich stillte 8,5 Monate voll, dann durfte ich auch mal mit Beikost um die Ecke kommen, aber nur Kartoffeln und bloß nicht in breiform, alles andere war bäh. Oh Karotten wurden nach kurzer Zeit auch gerne angenommen, in Scheiben, keine Stifte, aber Hauptmahlzeit blieb die Mamamilch.
Mit einem Jahr hat sie dann ordentliche Portionen gegessen und ich konnte weniger stillen.
Weniger, aber nicht abstillen.
Also änderte ich meinen Plan. Und gab ihr weitere sechs Monate bis ich abstillen wollte. Anderthalb schien mir ein tolles Alter um abzustillen.
Nun ja. In wenigen Tagen wird sie anderthalb Jahre alt. Das Stillen ist immernoch ein wichtiger Bestandteil ihrer Ernährung.
Sie isst mit am Tisch, alles, was man ihr anbietet wird probiert, aber dennoch trinkt sie gerne die Mamamilch.
Es geht hierbei nicht um Hunger, es ist mehr als das. Es ist Nähe, Geborgenheit, Ruhe und einfach ein Geschmack, den sie von Geburt an kennt und sie beruhigt.
Wer bin ich, Pläne zu machen, wann sie dies nicht mehr braucht?
Ich lege viel Wert auf eine liebevolle, bindungsorientierte Erziehung und sollte mir mit solchen Deadlines nicht dauernd selber Druck machen und schon gar nicht meinem Kind.
                                 
Also habe ich mich bei anderen Stillmamas umgehört:

"Für mich ist es normal, dass ich meinem Kind die Nähe und die gesunde Mamamilch gebe, solange es für uns beide passt und wir uns wohlfühlen.  Ich möchte, dass sie sich von selbst abstillt. Meine Tochter ist jetzt 15 Monate alt."

"Ich habe 35 Monate gestillt. Ich habe vorher auch schon mal ans Abstillen gedacht. Ich wollte meinen Körper wieder für mich und erhoffte mir mehr Freiheiten. Diese Gedanken waren aber schnell vergessen, denn das stillen gab uns beiden ein Gefühl von Sicherheit."

"Ich habe sechs Monate gestillt. Mit der Beikost hörte das Stillen auf. Wir sind beide glücklich damit, auch wenn ich das Stillen ab und an vermisse."

"Meine Große hat sich aus eigenemAntrieb abgestillt, mit 3 Jahren und 3 Monaten. Mein Sohn soll auch selbst entscheiden, wann er das nächtliche Stillen nicht mehr braucht, tagsüber stillen wir nicht mehr. Beim nächsten Kind möchte ich das wieder so handhaben."



Vier Mamas, die glücklich mit ihren Entscheidungen sind, vorallem, da sie es den Kindern überlassen, die richtige Zeit zum Abstillen zu finden.
So sollte es sein.
Ich geh mal mein Mädchen stillen.






Samstag, 9. Juli 2016

Thank you very Matsch...


Erstmal muss ich meinen Bruder erwähnen,  bevor ich hier anfange zu schreiben und zu schreiben und kein Ende finde. Mein Bruder, ich höre nicht täglich von ihm, manchmal auch einige Wochen nichts, aber das macht nichts, denn er weiß,  wenn er mich braucht, ich bin für ihn da und umgekehrt ist das auch so. Aber das wichtigste ist, er ist der absolute Held für meine Mädels. Die Große schaut zu ihm auf, die Kleinen lieben ihn. Also Danke mein Bruder, dafür dass du du bist und für das tollste Geschenk, was du den Mädels gemacht hast.

Um was es geht bei dem tollen Geschenk? Um unsere super coole Matschküche.
Wir haben nur einen sehr kleinen Balkon, trotzdem wollen wir dort auf kleinem Raum eine Spielmöglichkeit für die Kleinen bieten und auch ein wenig Platz für die Großen haben.




Mein Bruder hat die Küche komplett selber gemacht, ich habe nur die Türknaufe dazugegeben.
Unser alter Sandkasten, eine große blaue Muschel, hat den Geist aufgegeben oder besser, sie wurde spröde und zerfiel in kleine, blaue, fiese, scharfe Bruchstücke.  Im Netz, fand ich einen Ikeahack zum Thema Sandkästen. Und ich bin total begeistert, diese Plastikkiste ist aus wirklich robusten Plastik und es passen 50kg Sand hinein. Mit Deckel ist es perfekt für unseren kleinen Balkon. Es fallen keine Blätter rein und Katzen können daraus kein Klo machen. Also wirklich perfekt.

Warum ich das alles hier schreibe? Weil ich die tolle Arbeit meines Bruders würdigen möchte und weil es viele Familien mit kleinen Balkons gibt, die so vielleicht neue Ideen finden.

Montag, 4. Juli 2016

Die Sache mit der Erziehung...



Lange hab ich nichts mehr geschrieben, aber es gab einfach nichts zu erzählen,  was so wichtig war, dass es mich hier her gezogen hätte.

Heute aber. Immer wieder lese oder höre ich davon wie negativ Erziehung sei. Erziehung zeige nur die Machtposition der Erwachsenen gegenüber der Kinder. Es sei Gift für eine innige Beziehung zwischen Eltern und Kinder.

Erziehung ist Ansichtssache und keineswegs eine negative Sache. Würden wir unsere Kinder nicht erziehen, ich glaube die Menschheit würde sehr darunter leiden.
Erziehen ist nicht zu verwechseln mit Bevormunden. Erziehung ist für mich,  mein Kind an die Hand zu nehmen und mich mit ihm zu beschäftigen. Meinem Kind die Welt zu zeigen, wie es sich darin zurechtfinden kann, es unterstützen, sich entfalten zu können. Ein Kind kann nicht ohne Erziehung glücklich aufwachsen, alleine im Alltag gibt es so viele Situationen, in denen Eltern einen Erziehungsauftrag haben und diese zur Sicherheit des Kindes ausüben müssen, sei es Vorsicht im Straßenverkehr oder dass man nicht mit Feuer spielt. Auch die Hilfe bei den Hausaufgaben oder beim Spaziergang, dem Kind erklären,  was das für eine Pflanze ist, dass es gerade gepflückt hat, ist Erziehung.
Klingt alles gar nicht so dramatisch oder? Weil Erziehung auch gar nichts dramatisches ist, nur wurde das Wort durch die antiautoritäre Bewegung in den Schmutz gezogen.
Ich persönlich finde antiautoritäre Erziehung (eigentlich ein Widerwort in sich) ist eine Unmöglichkeit, denn jedes Kind braucht Regeln, sei es nur die schon genannte Vorsicht im Straßenverkehr.  Es ist unverantwortlich ein Kleinkind nicht an die Hand zu nehmen, wenn es an einer stark befahrenen Straße läuft. Jedes Elternteil kennt diese leidige Situation,  wenn das Kind alleine laufen mag, aber es an die Hand muss da es über die Straße muss. Weinen, Zürnen, Schreierei. Aber es muss eben sein. Ich habe lieber ein gesundes Kind, welches Regeln kennt, als ein totes Kind, dessen Leben ich auf dem Gewissen hätte, dank Mangel an Erziehung.
Erziehung muss fair sein. Auch die Stimme des Kindes zählt. Man boxt nicht partout seine Meinung durch, man erklärt, diskutiert, findet Kompromisse und in besonderen Fällen muss man Konsequenz zeigen, auch wenn es nicht immer gemütlich ist. So weiß das Kind, dass es beschützt ist und kann seine Freiheiten viel besser genießen, denn es gibt jemanden im Hintergrund, zu dem sie gehen können. So werden Regeln nicht zu etwas negativen, sondern einfach eine kleine Hilfe den Alltag für alle schöner/sicherer/einfacher zu machen

Erziehung ist das Ergebnis Verantwortung zu übernehmen für jemanden, Halt zu geben und Sicherheit, damit er sich entfalten und wachsen kann.

Sonntag, 8. Mai 2016

Mama-Maschine

Immer öfter höre und lese ich von Müttern, dass sie sich schlecht fühlen und glauben Rabenmütter zu sein, weil sie ihrem Kind gegenüber laut geworden sind.
Sie haben ein schlechtes Gewissen und glauben ihr Kind könnte bleibende Schäden davontragen.
Wenn man das so liest/hört könnte man meinen, sie haben ihrem Kind die schlimmsten Beschimpfungen an den Kopf geworfen. Dem ist nicht so, meist ist es ein "Hör bitte damit auf!" oder ähnliche Ausrufe, die bei den vorherigen Rufen, in normaler Lautstärke, nicht Gehör gefunden haben und dann irgendwann war es genug und die Mama ist lauter geworden.

Bei Freundinnen oder in Elternforen/Elterngruppen im Internet suchen sie dann Rat und Trost.
Mamas sind keine Maschinen, sie haben Gefühle, Grenzen und Nerven, die nicht unendlich strapazierbar sind. Überall liest man von sanfter liebevoller Erziehung, ohne laut zu werden und alles ruhig ausdiskutieren.  Das ist theoretisch ja ganz nett, aber praktisch?

Beispiel: Kleinkind flippt schon seit einiger Zeit herum, trotzt, zickt und will alles und nichts zusammen. Es springt von einem Sofaende zum Anderen und sämtliche Versuche dem Kind zu erklären, dass Sofahüpfen nicht erlaubt ist, werden mit Lachen und noch mehr Hüpfen und Geschrei quittiert. Eine Lampe fällt um und geht zu Bruch, überall Scherben. Und da soll eine Mutter ruhig weiter den Erklärbär spielen? Manchmal hilft es nicht ewig ruhig zu diskutieren.  Ich bin der Meinung Kinder sollten in bestimmten Situationen ruhig spüren,  dass Mama auch Grenzen hat. Dass Mama ein Mensch ist und keine Maschine.
Anhand eines lauten Ausrufs (und damit meine ich kein ins Gesicht schreien oder Beschimpfen) den Ernst der Lage, dem Kind begreiflicher zu machen ist nichts verwerfliches. Ich finde es ehrlicher als diese ewig lange, sanfte Diskussionstechnik.
Ich bin der Meinung, dass ein Kind ein konsequentes Nein mit knapper Erklärung viel besser aufnehmen kann als einen Aufsatz,den man so dahinsingt.
Kurze klare Aussagen funktionieren auch bei mir besser als wenn man mir ein Ohr abkaut.
Natürlich soll man nicht bei jedem Pups laut werden, aber es gibt Grenzen, die man einem Kind einfach aufzeigen muss. Wichtig ist nur, dass man danach mit dem Kind redet. Erklärt, warum man laut wurde und dass man es lieb hat und nochmal die Situation durchgehen.

Es gibt auch viele Erziehungstipps wie zum Beispiel  das Kind soll Dinge lernen, indem es sie erlebt, quasi Learning by burning.
Für mich persönlich ein absolutes No Go.
Warum soll mein Kind lernen, dass man keine Gegenstände in Steckdosen steckt, indem es was hineinsteckt? Warum soll es lernen,dass die Herdplatte einen verbrennen kann, indem es drauf fasst?
Soll ein Kind auch lernen, dass man sich Knochenbrüche zufügen kann wenn man vom Balkon fällt, indem man sie das machen lässt?
Kinder sollen sich ausprobieren dürfen, aber nicht um jeden Preis. Es gibt eine Grenze zwischen Kleinigkeiten und gefährlichen Dingen.

Kinder brauchen Liebe und Geborgenheit um selbstsichere und glückliche Erwachsene zu werden, sie brauchen Freiräume um sich entfalten zu können,  Grenzen um Sicherheit zu spüren und Ehrlichkeit, damit sie vertrauen können.

Ich möchte nochmal klarstellen, ich bin vollkommen gegen Gewalt in der Erziehung, psychisch oder physisch und da zähle ich Beschimpfungen und Anschreien dazu, aber keine Mutter sollte sich schlecht fühlen, wenn sie ihr Kind mal lauter zurechtweisen muss, da es anders nicht klappte. Und ein Kind, welches in einer geborgenen Umgebung aufwächst und weiß, dass es geliebt wird, bekommt, meiner Meinung nach, davon keine Folgeschäden.GGanz im Gegenteil, es lernt dass auch Eltern/Erwachsene ihre Gefühle rauslassen dürfen und diese nicht unterdrücken  oder verstecken. Es ist eine ehrlichere Art der Erziehung, ohne Maskeraden. Wir lachen und weinen zusammen, jeder darf das und jeder soll das.
Wir Mütter sind keine Maschinen, sondern Menschen.❤
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Sonntag, 24. April 2016

Die Sache mit dem Körper

After Baby Body.
Dieses Wort taucht momentan echt überall auf, die einen brüsten sich mit der perfekten Rückbildung und den purzelnden Pfunden (ob das aber auch so ist, wie sie es im Internet darstellen sei jetzt mal dahin gestellt) ich denke nicht,  dass sie es böse meinen, aber es ist nun mal nicht die Regel. Die andere Seite versucht Trost darin zu finden, dass es viele Gleichgesinnte gibt, die eben nicht mehr die Figur haben, wie vor der Schwangerschaft, suchen einen tieferen Sinn in Schwangerschaftsstreifen oder ausgeleierter Haut.
Jeder hat eine Meinung dazu und so passiert es oft, dass hitzige Diskussionen über die Körperbeschaffenheit verschiedener Personen entstehen.
Ganz oft bedenken (wie so oft im World Wide Web) einige Menschen nicht, dass hinter diesen Bildern oder Diskussionen Menschen stecken. Menschen mit Gefühlen.
Dabei geht es nicht nur um offensichtliche Beleidigungen gegen den Körper des anderen Menschen. Auch gut gemeinte Aussagen können nach hinten losgehen.
"Hey du hast abgenommen, du siehst gut aus." War die Person vorher nicht gutaussehend?
"Sei stolz auf deine Streifen, sie zeigen, dass du eine Mutter bist." Ohne ist man keine Mutter? Macht es die Streifen dadurch optisch schöner als normale Dehnungsstreifen?
"Stell dich nicht so an, du siehst gut aus." Ich finde es anmaßend einer anderen Person zu sagen, dass sie sich anstellt, wenn sie sich in ihrem Körper unwohl fühlt.
"Hauptsache das Kind ist gesund."  Diesen Satz sage ich selbst auch oft zu mir selbst, aber wenn ich ehrlich bin hat das eine mit dem anderen doch gar nichts zu tun.

Nach drei Kindern und über dreißig Jahre alt, ist es mir klar, dass ich nicht mehr den Körper einer zwanzig Jährigen haben kann, das ist natürlich und muss ich so hinnehmen, wenn ich mich nicht unters Messer legen mag. Was ich nicht hinnehmen muss ist es, wenn ich mich in meinem Körper unwohl fühle und die Störfaktoren durch gesündere Ernährung und mehr Bewegung verbessert werden können.  Wenn ich es ändern mag, dann kann ich das tun, wenn nicht muss ich damit leben, dass sie mich weiter stören werden.

Gerade Streifen sind etwas, mit denen viele Frauen ein Problem haben. Es ist nüchtern gesehen einfach nur gerissene Haut und nicht wirklich schön. Selbst wenn sie mit der Zeit etwas verblassen und man sie unter der Kleidung nicht sieht, sie sind da, spürbar, wenn man mit den Hand drüber fährt. Mit der Zeit lernt man sie zu akzeptieren, nicht lieben, aber man findet sich damit ab, dass sie eben da sind.  Sie sind keine Seltenheit, viele Frauen haben sie, machen nur kein Thema daraus oder verstecken sie, was ja ihr gutes Recht ist. Sie sind ein Thema das zwar mittlerweile angesprochen wird, von einigen, mutigen Mamas, aber die meisten Frauen wollen dann doch lieber nicht, dass man von ihren Streifen weiß.
Verständlich, wenn man das heutige Wunschbild einer Mutter betrachtet.  Sie soll sich um die Kinder kümmern, sich dabei nicht gehen lassen,  eine komplette Familie plus Haushalt organisieren, vielleicht sogar noch arbeiten gehen und dabei immer glücklich wirken, mit top Figur, alles andere ist ja nicht diszipliniert.
Ein strenges Auge liegt auf den Frauen, ob Mutter oder nicht, denn Medien und Mode suggerieren einen,wie perfekt Frau sein kann, wenn sie es denn will. Wenn sie den faulen Schweinehund den Rücken kehrt. Da kämpfen die mutigen, vereinzelten Frauen, leider auf einem schwierigen Posten.
Plussize fängt bei Größe 38 an, Frauen sollen einem Idealbild entsprechen, von Menschen kreiert, die kein Auge mehr für die Realität haben, dieses Auge haben sie schon lange verloren, zwischen Geld, Macht und SizeZero.

Wo ich stehe weiß ich nicht.  Ich bin eigentlich zufrieden mit mir, kann mit den meisten Spuren meiner drei Schwangerschaften gut leben. Vielleicht noch ein paar Kilos am Bäuchlein dürfen verschwinden, damit die Jeans besser passen. Ich will keine Modelfigur, ich will keine Perfektion.Ich bin glücklich mit Gr. 38/40 und finde diese Größe vollkommen okay, alles andere würde gar nicht zu mir passen. Eine stärkere Rückenmuskulatur hätte ich gerne. Dafür mag ich auch was tun, wenn die Zeit gekommen ist. Ansonsten bin ich froh gesund zu sein.

Donnerstag, 21. April 2016

Die überlange Nabelschnur

...klingt schlimmer als es ist.
So nenne ich scherzhaft dieses Band zwischen mir und meinen Mädchen, welches mich davon abhält öfter auszugehen.
Für viele Mütter scheint es super einfach zu sein, wenige Zeit nach der Geburt ihre Babys von anderen, z.B. Oma, Tanten usw. betreuen zu lassen und mal über Nacht wegzugehen.
Einerseits beneide ich diese Freiheiten, denn jede Mama weiß wie anstrengend das Muttersein manchmal ist und eine Pause davon lässt die Akkus wieder voll aufladen und gibt neue Kraft. Ich finde es toll, wenn Mamas sich auch um sich kümmern,  man ist ja nicht nur Mama, sondern auch Frau und hat Bedürfnisse,  die nicht immer mit Kind kompatibel sind.
 Andererseits fällt mir das Abschalten schwer, wenn ich nicht bei meinen Kindern bin. Ich mache mir Gedanken, kann mich nicht auf andere Dinge konzentrieren und somit ist die kurze Auszeit für meine Nerven eine ziemliche Zerreißprobe. Über Nacht wäre für mich sogar undenkbar. Zum Einen, da ich stille und abpumpen einfach nicht funktioniert und zum Anderen da mein Babymädchen bei mir einschläft.
Bis vor einem Jahr schlief auch das Kleine Mädchen mit mir im Bett. Aber als das Babymädchen kam und sie eine große Schwester wurde, wollte sie in ihrem Bett für große Mädchen schlafen.
Bei der Großen war ich nicht ganz so "unflexibel" und bin oft mal weg gewesen, auch über  Nacht. Aber da war ich wesentlich jünger als jetzt.
Das Bedürfnis wegzugehen hat nachgelassen, kuschelige Abende zuhause sind beliebter und da brauche ich keinen Babysitter.
Vor wenigen Wochen war ich das erste mal seit langer Zeit im Kino, mit meinem Mann.
Meine Große hat das arrangiert. Sie überredete mich, dass sie auf die beiden kleinen aufpasst und wir einige Straßen weiter ins Kino gehen. Sie wird dieses Jahr siebzehn und bietet sich als Babysitter an, also sollte ich es einfach mal probieren. Keiner kennt die Mädels so gut wie sie, schließlich sieht sie sie jeden Tag und ich vertraue ihr.
Gesagt getan, wir waren im Kino und es war toll, trotzdem war ich überglücklich wieder zuhause zu sein um das Babymädchen ins Bett zu bringen.

An sich kann ich gut damit leben, ab und an mal wegzugehen für zwei bis drei Stunden und die Große solange aufpassen zu lassen. Ich hab mich entspannt, das Band sich entspannt, was zwischen mir und den Kindern besteht. Die überlange Nabelschnur. Sie zieht nicht mehr so stark an mir, wenn ich mal das Haus ohne die Kinder verlasse.
Ein großer Schritt für mich.

Manche Freunde und Verwandte oder auch Fremde mögen es vielleicht belächeln oder sogar nervig finden, mich gluckig und übertrieben finden, aber für mich und die Kinder passt das so, was interessiert es mich also ob anderen unsere Methode missfällt.
Viel schlimmer finde ich das Drängen Anderer, die unbedingt wollen, dass ich feiern gehe oder Alkohol trinke. Ich mag Alkohol nicht, mag die Wirkung von Alkohol nicht und deshalb trinke ich es auch nicht. Meine Entscheidung. Ich gehe auch ungerne feiern, habe ich schon früher nicht gerne getan, finde es einfach anstrengend. Klar schaue ich mir gerne mal einen Film im Kino an oder ein Konzert von einer guten Band, aber das muss auch nicht dauernd sein. Aber kaum hat man Kinder, meinen einige man muss ausgehen, nicht nur Zuhause sitzen, egal ob man schon vorher ein Stubenhocker war.

Am Ende ist es doch so, dass ich mich wohlfühlen muss und meine Kinder. Was bringt die beste Veranstaltung,  wenn die Kinder zuhause weinen und ich total gestresst auf mein Handy starre, um Nachrichten vom Babysitter aka meine Große zu lesen. Dieser Druck ausgehen zu müssen,  als Ausgleich zum Mamasein ist einfach nichts für mich, war es auch vor dem Mamasein nicht für mich.

ABER: Der erste Schritt ist getan, ich konnte entspannt einen Film schauen und hatte Spaß dabei, wusste die Kinder sind gut aufgehoben und falls doch was gewesen wäre, war ich nicht zu weit weg. Ab und an wird es also doch mal kinderfrei geben. Und bei jedem Mal wird das Band ein wenig länger. 


Mittwoch, 20. April 2016

Kinderfreundliche Kakteen


All you need:
-runde, glatte Steine in verschiedenen Größen 
-Bastelfarben oder Acrylfarben
-evtl einen weißen Permanentmarker
-Sand
-Blumentöpfchen



Der Rest erklärt sich von selbst.
Steine bemalen, trocknen lassen und mit Pinsel oder weißen Marker die Struktur der Kakteen aufmalen. 
Sand in Töpfchen füllen, Kakteen darin arrangieren und mit unbemalten Steinchen dekorieren.
Fertig.

Viel Spaß beim Nachbasteln.❤

Mittwoch, 9. März 2016

...vom Mögen und Nichtmögen













Wer kennt diesen Satz nicht, oft sagen es die Sprösslinge unbedacht, in ihrer Wut, wenn etwas nicht klappt wie sie es möchten.
Wenn mein kleines Mädchen ihr Zimmer aufräumen muss und nicht weiß, wo sie anfangen soll oder schier keine Lust hat, dazu total übermüdet ist und schlecht gelaunt, passiert es oft, dass sie zum Muffi Schlumpf mutiert und sagt, sie mag mich nicht, sie hasst ihr Zimmer, sie hasst aufräumen.
Es passierte einmal, da sagte sie in ihrer Rage zu mir, dass sie mich hasst. Natürlich traf mich das wie der Schlag, tat mir im Herzen unheimlich weh, aber ich schluckte diese Aussage erstmal und sah zu, dass sie einen Weg finden konnte runterzukommen und sich zu beruhigen.
Dann sprach ich mit ihr, dass es gut ist seine Gefühle ausdrücken zu können und diese rauszulassen, sie aber bedenken soll, dass sie gerade etwas sehr verletzendes zu mir gesagt hatte. Wir redeten eine Weile, sie weinte, es tat ihr leid. Sie entschuldigte sich, beteuerte mir, dass sie mich doch so lieb hat. Danach wurde gekuschelt.
Mein kleines Mädchen ist unheimlich sensibel und reagiert sehr schnell mit Verzweiflung, wenn sie etwas überfordert oder ihr Angst macht. Sie braucht viel Bestätigung, die wir ihr gerne geben, denn wir sind stolz auf die kleine Maus.
Nach unserer Aussprache kam es nie wieder vor, dass sie mir sagte, sie würde mich hassen oder nicht mehr mögen. Sie hasst zwar ihr Zimmer oder das Aufräumen, aber das darf sie in dem Moment auch gerne tun. Sie schafft es, in ihrer Wut, trotzdem klar genug zu wissen worauf sie sauer ist und dieses auszudrücken.

Ein anderes Thema ist es, wenn sie mir sagt, dass sie Person XY nicht mag und dort auch nicht hin mag. Sei es jemand aus dem Kindergarten oder unserem Umfeld. Ich frage sie dann, warum sie die Person nicht mag und entscheide dann wie wir damit umgehen. Ich akzeptiere es, wenn sie aus guten Gründen jemanden nicht mag, schliesslich mag auch ich nicht jede Person und halte mich dann auch fern von dieser. Warum sollte mein Kind sich also mit Menschen beschäftigen müssen, bei denen sie sich unwohl fühlt oder nicht mag?
Klar meiden wir dann nicht jede Person, sollte sie zum Beispiel mal Zoff mit ihrer liebsten Freundin sein, wird sie ermutigt, sich mit ihr zu vertragen. Aber Menschen, die keine gute Beziehung zu uns haben und auch sonst kein wirklicher Verlust in unserem Leben sind, werden wir ihr sicher nicht aufzwingen.
Ich bin froh, dass sie mir offen sagt, wen sie mag und wen nicht und dann auch eine Begründung parat hat, das zeigt mir, dass sie mir vertraut.

Ich erziehe meine Kinder ehrlich, ich möchte nicht, dass sie jemanden etwas vorheucheln, was nicht wirklich wahr ist. Umso älter sie werden, desto mehr kommt auch dieses Thema auf. Wenn das Große Mädchen jemanden nicht mag oder eine Person offensichtlich versucht sie auszunutzen, dann ermutige ich sie dies anzusprechen und nicht  den Fehler zubegehen, etwas vorzutäuschen oder sich ausnutzen zu lassen um zu einer bestimmten Gruppe dazuzugehören. Man soll zu sich selbst stehen, auch wenn dies nicht immer der einfachste Weg ist.
Trotzallem soll man nett zu Menschen sein, auch wenn man sie nicht mag. Unhöflich oder gar beleidigend sollte man niemanden gegenüber sein, nur weil man sie nicht riechen kann.
Bisher fahren wir mit dieser Methode ganz gut und hoffen, dass es auch so bleibt.

Freitag, 26. Februar 2016

Kinder und Natur




Was früher oft als Öko (und das wurde nicht positiv gesehen) abgetan wurde, ist immer weiter verbreitet, seine Kinder eine große Verbundenheit zur Natur näher zu bringen.
Es wird bei Spielzeug auf Naturmaterialien geachtet, Ausflüge in Wald und Wildparks werden wieder beliebter, sogar bei Kleidung und Nahrung wird viel bewusster auf kontrolliert biologischen Anbau geachtet.
Ich finde das wahnsinnig toll. Ich begrüße alles, was Kinder dazu bringt sich mehr mit ihrer Umwelt zu befassen und ihre Einzigartigkeit zu verstehen und respektieren und somit einen gesunden Umgang mit Tier und Natur erlernen.
Das kann der Fundament für ein wichtiges Umdenken werden, dass auch viele Generationen nach uns Freude an der Natur haben können.
Genau das brauchen wir.

Es fängt mit Kleinigkeiten an, dass man seinen Müll nicht einfach irgendwo hinschmeisst, sondern richtig entsorgt oder dass man Pflanzen nicht zertrampelt oder rausreisst. Dass man respektvoll mit seinen Haustieren umgeht und Tiere ebenso Gefühle haben wie wir Menschen und man ihnen nicht wehtut oder verängstigt.



Viele Eltern und/oder Großeltern gehen gerne in den Wald spazieren, suchen mit den Sprösslingen nach Spuren von Tieren, sammeln Äste oder andere Trophäen, die der Wald zu bieten hat.
Aber egal wie gut gemeint diese Erfahrungen sind, man sollte im Wald einige Regeln beachten. Der Wald ist Wohnraum der Tiere, hier suchen sie Schutz. Kreischende, tobende Kinder gehören dort genauso wenig hin, wie Hunde ohne Leine. Klar, dass sie kein Wildschwein Angst einjagen, aber es leben auch kleine Vogelarten, Nagetiere und Insektenarten, die ihre Unterschlupfe und Nester auf dem Boden haben. Diese können beim Brüten oder der Aufzucht ihrer Jungen auch gestört werden.

Auch darf man nicht alles mitnehmen, was man im Wald so findet. Es sollte jedem bewusst sein, dass man nicht einfach dort hingehen kann und Zweige abreissen, da sie vielleicht eine schicke Deko wären. Auch darf man keine Fundstücke wie z.B. abgeworfene Geweihe von Hirschen mitnehmen. Das ist verboten und kann eine Strafe mit sich bringen.
Die Jäger, von denen die verschiedenen Waldabschnitte gepflegt werden, benötigen diese Geweihe um Untersuchungen über die Tiere machen zu können. Man behindert also ihre wertvolle Arbeit. Aber viele Jäger bieten diese Geweihe zum Verkauf an, wenn sie diese nicht mehr brauchen. Einfach mal nachfragen.

Was auch gerne gemacht wird und gut gemeint ist, aber eher riesen Schaden anrichtet, ist es, wenn Nudeln, Brot oder Küchenabfälle mit in den Wald oder Wildpark mitgenommen werden, um die Tiere zu füttern. Diese Dinge wachsen nicht in der Natur und sind nicht Bestandteil der Ernährung dieser Tiere und können schwere Koliken mit Todesfolge für die Tiere bedeuten. Meist steht das sogar an Schildern, aber wird gerne ignoriert. Mit der Folge, dass viele Tiere schmerzhaft verenden können. Erkläre das mal deinen Kindern, dass der Besucherlieblingshirsch Waldi tot ist, da Oma Hilde ihre Nudeln vom Mittag ins Gehege geworfen hat. Die Tiere bekommen von den Pflegern ihr Futter und manchmal gibt es auch kleine Futterspender Vorort, das reicht den Tieren.

Auch im Wildtierpark sollten Kinder lernen nicht schreiend herumzurennen, es verschreckt die Tiere. Meine Erfahrung ist, dass wenn man Kindern das erklärt,  warum sie nicht schreien und rennen sollten, sie das verstehen und auch einhalten.

Mittlerweile gibt es in vielen Bücherläden Bücher mit der Thematik Natur, in denen Kinder
ihre Erfahrungen in der Natur hineinschreiben, malen, kleben können. Es werden kleine Aufgaben angeboten, zum Beispiel bestimmte Käfer oder Schmetterlinge zu beobachten und dann im Buch auszumalen. Auch kann man solche Bücher als Scrapbook selbst gestalten und individuell dem Alter oder den Interessen des Kindes anpassen.
Ich finde solche Bücher eine tolle Möglichkeit die neuen Erfahrungen und Eindrücke nochmal zu besprechen und festzuhalten.

In ausgewählten Spielzeugläden gibt es Sets für kleine Naturforscher, mit Lupenbecher, mobilen Mikroskop oder Schnitzwerkzeug, mit denen sie gefundene Stöcke mit Schnitzarbeiten verschönern können. All diese Dinge können das Interesse an der Natur noch mehr stärken.

Wir als Erwachsene sollten mit guten Beispiel voraus gehen und unseren Kindern ein Vorbild sein, respektvoll und ordentlich mit der Umwelt umzugehen. Wenn wir das schaffen, erziehen wir eine Generation, die vielleicht sorgsamer mit der uns gegebenen Natur umgeht.