Samstag, 7. November 2015

Christkind oder Weihnachtsmann?


Weihnachten, ich liebe es.
Das war nicht immer so, nein ich war sogar mal ein richtiger Grinch* und habe jedem das gezeigt.
Das änderte sich aber, als ich anfing mich wegen Weihnachten nicht mehr so zu stressen, es nicht mehr jedem recht machen zu wollen und das Fest mit denen zu Feiern, um die es eigentlich geht, denen, die man liebt.
Ich möchte ein wenig über umser Weihnachtsfest erzählen und darüber, wie ich die Weihnachtsgeschichte ein wenig verändert habe.

Die Weihnachtsvorfreude fängt bei mir schon ziemlich früh an, nämlich sobald die ersten Dominosteine und Lebkuchen und Spekulatius im Laden zu finden sind. Dann fange ich an bei Pinterest nach Ideen zu suchen, während andere noch den Sommer genießen.  Ja ich bin da ein wenig verdreht, aber ich mag diese Zeit einfach so gerne.

Im November wird die Sache dann konkreter und ich fange an zu planen, wen wir wann besuchen oder wer zu uns kommt, die Geschenke für die Kinder, Dekorationsideen und ich fange an weihnachtliche Filme zu schauen. Man hört mich auch ziemlich oft ab November Weihnachtslieder singen, obwohl Jingle Bells singe ich ja das ganze Jahr, keine Ahnung warum, das war schon immer so.

Weihnachten bedeutet für mich Familienzeit, es ist die Zeit im Jahr, wenn der Mädchenpapa einige Tage am Stück frei hat und wir ganz viel Familienzeit genießen.
Das ist übers Jahr verteilt nicht so oft und deshalb für uns etwas ganz besonderes.
Ausserdem bedeutet es gutes Essen, in Beisammensein von Menschen die wir lieb haben und mit ihnen das vergangene Jahr nochmal passieren zu lassen.

Für Kinder ist Weihnachten etwas ganz besonderes, sie spüren den Zauber der Weihnachtszeit nochmal ganz anders als wir Erwachsenen, doch wenn man Kinder hat undsich dadafür offen zeigt, wird man nochmal von diesem kindlichen Zauber angesteckt und mitgerissen.
Als Kind hatte ich ein ganz besonderes Erlebnis, welches ich noch heute ganz wundervoll finde. Ich wurde in der Nacht zu Weihnachten wach und ging hinunter ins Wohnzimmer. Als ich dir Tür öffnete ergoss sich warmes Licht über mein Gesicht und ich sah für diesen kurzen Moment die Weihnachtswerkstatt mit ihren Helfern. Ja ich hatte viel Fantasie als Kind und ich weiß,  dass dort nur meine Eltern, Großeltern und Tanten die Geschenke für uns Kinder eingepackt haben, aber in dem ganz besonderen Moment sah ich es eben anders. Meine Fantasie fügte Weihnachtsmusik dazu und dass die Erwachsenen Wichtelanzüge trugen. Als ich entdeckt wurde und wieder hoch in mein Zimmer ging, hatte ich ein ganz tolles Gefühl im Bauch, als hätte ich etwas besonderes gesehen, was nicht jedem zuteil wird. Dieses Gefühl mag ich auch meinen Kindern ermöglichen.

Zu uns kommt das Christkind am Morgen des ersten Weihnachtstages, traditionell,  wie in meiner Heimat England. Den Heiligabend nutzen wir als Familienabend, mit gutem Essen und Weihnachtsfilmen, die wir jedes Jahr wieder schauen.
Da das kleine Mädchen wissen wollte, wer der bärtige Mann im roten Anzug ist und was dieser mit Weihnachten zu tun hat, musste ich mir etwas einfallen lassen, weshalb zu manchen das Christkind und zu anderen der Weihnachtsmann kommt. Die Antwort brachtemir das kleine Mädchen mit ihrer nächsten Frage, nämlich wieso das Christkind als Kind alleine ohne Mama draussen sein darf in der Nacht und wie es das denn schafft, jedes Kind auf der Welt aufzusuchen.
Unser Christkind kommt nicht alleine, es kommt in Begleitung vom bärtigen Mann im roten Anzug, dem Weihnachtsmann. Dieser hilft dem Christkind, damit alle auf der Welt die Geburt des Christkindes zusammen feiern können.
Jetzt denken bestimmt welche, dass ich spinne, so in der Weihnachtsgeschichte herumzupfuschen, aber hey, es geht an Weihnachten nicht um Geschenke oder WER die Geschenke bringt, es geht um Nächstenliebe, die Besinnung an das Wichtigste im Leben, die Liebe und  die Familie, da finde ich, kann man meine Veränderung der Weihnachtsgeschichte ein wenig verzeihen, für uns ist es perfekt so. Wir sind keine strengen Christen sondern weltoffen und möchten,  dass unsere Kinder zwar die christliche Bedeutung des Festes kennen, jedoch nicht durch den Weihnachtsmann verwirrt werden und das haben wir so gut lösen können.
Ich hoffe sogar, dass meine Kinder diese Geschichte so später auch für ihre Kinder verwenden und wir somit eine eigene kleine Tradition bzw Weihnachtsgeschichte begonnen haben.
Die eigentliche Weihnachtsgeschichte bleibt jedoch unverändert und wird dieses Jahr zum ersten Mal vorgelesen und ein Krippenspiel möchte ich mit den Mädchen besuchen, wenn es hier eins gibt.
Zudem möchte ich eine Krippe mit ihnen zusammen bauen, um die Weihnachtsgeschichte etwas bildlicher werden zu lassen.

Am Abend legen wir einen Teller Kekse und ein Glas Milch für den Weihnachtsmann auf den Esstisch, denn der alte Mann braucht eine Stärkung, wenn er das Christkind unterstützt, eine Karotte fürs Rentier ist auch dabei, dann geht es ab ins Bett.
Wenn die Kinder schlafen legen wir die Geschenke unter den Baum und schauen noch einen Weihnachtsfilm und ich lege eine kleine magische Spur vom Christkind.
Am Morgen des ersten Weihnachtstages, wenn wir wach sind und ins Wohnzimmer gehen entdeckt das kleine Mädchen diese Spur, es sind kleine, goldene Fußabdrücke von der Balkontür zum Weihnachtsbaum, daneben große, dunkle Stiefelspuren vom Weihnachtsmann, der auch seine Kekse und seine Milch zu sich genommen hat. Dies war letztes Jahr für sie sogar interessanter als die Geschenke, was mich sehr berührt hat.
Sie spürt den Zauber.

Ab dann geht es Verwandte und Freunde besuchen, wofür die Zeit sonst einfach immer fehlt und deshalb eher selten vorkommt. Oder sie kommen zu uns.
Ich genieße diese Zeit sehr und sobald sie vorbei ist also an Neujahr, kann ich es kaum erwarten, dass es wieder von vorne beginnt.

Das große Mädchen ist aus dem Alter raus, wo man an den Weihnachtsmann glaubt, aber unterstützt uns tatkräftig, es dem kleinen Mädchen und nun auch dem Babymädchen zu ermöglichen, an diesen Zauber zu glauben, was ich wirklich schön von ihr finde.

Wie feiert ihr Weihnachten und wer kommt zu euch? Erzählt mal!

Ich wünsche allen eine schöne Vorweihnachtszeit.
 



*Grinch, der grüne, pelzige Weihnachtshasser, der versucht Weihnachten zu zerstören.

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