Donnerstag, 22. Oktober 2015

Mach's gut Opa.


Es gibt nichts schlimmeres im Leben, als einen geliebten Menschen zu verlieren, schon als Erwachsene Person ist es nicht einfach die verschiedenen Phasen der Trauer zu durchlaufen, aber als Kind ist es noch viel schwieriger, auch wenn man es dem Kind nicht immer ansieht.

Dies ist ein sehr persönlicher Beitrag, der mir sehr am Herzen hängt,  genau wie die Menschen, um die es geht.

Ich kann mich noch so gut an den Tag erinnern, als ich von einem Kindergeburtstag, einer Mitschülerin aus meiner dritten Klasse, nach Hause kam und alles so anders und doch wie immer war. Oma lag im Krankenhaus, es wurde gut von uns Kindern ferngehalten, wir sollten uns keine Sorgen machen müssen.
Ich kam zur Tür herein und alles lief ab wie in Zeitlupe. Die kleineren Kinder tanzten in der großen Küche herum, während sie gewaschen und fürs Bett fertig gemacht wurden. Ich wurde sofort mit nach oben genommen und ich wusste, etwas stimmt nicht, aber was, das wusste ich nicht.
Ich erinnere mich an meinen Opa, wie er da auf der Couch saß, so verloren, so unvollständig, der selbe Mann, aber auch irgendwie anders.
Ich erinnere mich, wie zwei Frauen, meine Mutter und meine Tante auf mich einreden, zuviele Worte, ich höre sie kaum noch, nachdem der erschütternde Satz fällt. Alles war wie in Watte gepackt, nichts kam mehr bei mir an, beunruhigende, unruhige Ruhe, schwer wie Blei, erdrückend.  In meinem Bauch bildete sich ein Knoten, ein dicker Unwohlsein heraufbeschwördender Knoten, der bis heute dort lauert und immer mal wieder zeigt, dass er da ist.
Wie auch schon die Krankheit, wurde auch die Trauerfeier ohne uns bewältigt, sie wollten uns schützen, wir sollten sie so in Erinnerung behalten, wie wir sie zuletzt kannten, eine strenge, aber liebende Oma. Für mich mehr eine Mutterfigur, die mir zu früh genommen wurde.
Sie haben versucht uns zu schützen,  vor der Trauer, dem Tod, sie wollten uns glücklich sehen und nicht traurig. Aber wir hatten eine wichtige Person verloren und mussten das verarbeiten.
In meiner Trauer und Wut darüber, dass man mir einen meiner beiden Bezugspersonen genommen hatte und den anderen als leere Hülle zurückgelassen hat, schrieb ich an Gott einen Brief. Voller Vorwürfe, voller Hass, irgendwen musste ich schließlich hassen. Und der Bitte sie zurückzugeben. Antwort erhielt ich nie. Danach machte ich es mit mir selbst aus.

Jahre später, genau gesagt letztes Jahr, ich war selbst schon zweifache Mutter und schwanger mit dem Babymädchen, wurde der gesundheitliche Zustand meines Opas rapide schlechter. So schlecht, dass eines Tages klar war, er wird nicht mehr gesund und wenige Zeit später sollten wir Abschied nehmen. Das große Mädchen war auf Klassenfahrt, das kleine Mädchen war immer mit mir dabei. Beim Abschied nehmen, sie war fast drei Jahre alt, hat sie die Atmosphäre erträglicher gemacht, ihre kindliche Leichtigkeit gab mir Halt das alles durchzustehen. Ich war ehrlich zu ihr, habe ihre Fragen beantwortet, nie mehr erzählt, als sie erfragte. Ich habe ihr zugehört, ihre Versuche, ihre Gefühle in Worte zu fassen und sie getröstet, wenn sie versuchte meine Tränen zu trocknen. Wir haben zusammen gelernt wie man mit der Trauer umgeht.
An dem Tag sagte ich meinem Opa, es geht uns allen gut, er könne nun loslassen und zu seiner Frau gehen, sie waren lange genug getrennt. Ich hielt seine Hand.
Dann nahm ich mein kleines Mädchen in den Arm, küsste sie und brachte sie nach Hause ins Bettchen.
Am nächsten Tag verstarb mein Opa. Wir fuhren sofort hin und kümmerten uns um meine Tante, die ihn aufopfernd gepflegt hatte. Auch da war das kleine Mädchen dabei und wieder waren wir ein Halt füreinander.
Als das große Mädchen von ihrer Klassenfahrt heim kam musste ich es ihr sagen und ich sagte es ihr so, wie es war, mit kurzen Sätzen, wenigen Worten, damit sie Fragen stellen konnte, ich wollte sie nicht überfordern. Ließ sie fragen, fragte nach ihren Gefühlen.
Auf der Trauerfeier waren beide Kinder mit. Das große Mädchen hat Abschied genommen, ihm ein Abschiedsbrief geschrieben. Nicht jedem gefiel die Tatsache, dass ein kleines Kind unter den Trauernden war, aber dieses Kind ist das Urenkelchen des verstorbenen Mannes, sie hat das Recht Abschied zu nehmen, auf ihre eigene kindliche Art und Weise. Ich habe nicht das Recht ihr diesen Abschied zu verweigern, auch wenn sie den Tod noch nicht so verstanden hat, wie wir Erwachsene, ist eine Person, die sie mochte aus ihrem Leben gegangen.
Einige Male täglich wurde ich von ihr gefragt "Danda (Opa) weg?" Oder "Danda nicht kommt?" Dann habe ich zu ihr gesagt, dass unser Grandad uns so oft glücklich gemacht hat und er nun zur Oma gegangen ist, um sie auch glücklich zu machen, da sie ihn vermisst.
Das kleine Mädchen fand das gut, schließlich sollen alle glücklich sein.

Meine Kinder waren von Babyalter an auf Beerdigungen, leider, ich wünschte mir, diese Menschen wären nicht gestorben und würden stattdessen Feiertage und Wochenenden mit ihren Urenkeln verbringen odersie überhaupt kennengelernt haben. Aber genau wie Geburt, Liebe, Glück und Hoffnung, gehört auch der Tod, die Trauer und der Umgang damit zum Leben dazu und selbst Kinder müssen das erleben dürfen.
Viele Eltern haben Angst ihre Kinder mit auf Beerdigungen zu nehmen, sie könnten die Trauernden stören. Ich kann zwar nur von meinen Kindern reden, aber sie haben die ruhige Atmosphäre gespürt,  sich angepasst, waren selbst ruhig. Haben mit ihrem Dasein vielen Menschen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Schließt sie nicht aus, nehmt sie mit, denn nur wenn man sie teilhaben lässt,  können sie lernen damit umzugehen.

Ich habe damals viel im Internet recherchiert, wie man Kindern hilft, mit dem Tod und der Trauer umzugehen und eine gute Zusammenstellung an Tipps für Erwachsene gefunden, wie sie den Kleinen unterstützen können:

Allgemein Hilfreiches, wenn Kinder nach Sterben und Tod fragen:

-dem Alter des Kindes angepasste Antworten
-offen sein für Fragen des Kindes
-einfühlsam und behutsam mit dem Kind umgehen
-Gelegenheiten zum Reden aufgreifen ( toter Vogel, Welkes Laub...)
-Ehrlichkeit und Echtheit ( nur das sagen, was ich selbst auch glaube)
-zugeben, dass ich selbst auch nicht alles weiß
-jeder Mensch darf und soll Gefühle zeigen
-Ausdrücke und Rituale rund um den Tod sind für Kinder oft schwer zu verstehen: z.B.: „das    Zeitliche gesegnet“, „dahingegangen“, „entschlafen“
-Aufpassen auch mit Ausdrücken wie „Ich bin fast gestorben vor Lachen“ oder „Du bringst mich noch ins Grab“. Kinder nehmen das wörtlich!
-Klar und unmissverständlich sagen, dass dieser Mensch gestorben ist., dass er nie wieder kommt,dass sein Körper GANZ aufgehört hat zu funktionieren, dass er nicht mehr laufen, atmen, fühlen kann (hilfreich für Kinder, die den Tod ja vom Fernsehen, von Comics usw. kennen, dort stehen Figuren immer wieder auf und sind fröhlich)
-Zeit lassen, Zeit geben, Zeit haben.Geduld (auch mit sich selbst)
-Nachfragen! Oft hat da Kind schon eine eigene Anwort parat und will nur eine Bestätigung
-ein Mensch stirbt normalerweise nur, wenn er sehr, sehr, sehr alt oder sehr, sehr, sehr krank ist oder einen sehr, sehr, sehr schweren Unfall hat. Wichtig: SEHR.
Gefunden auf: www.eltern-bildung.at

Es gibt auch gute Bücher zum Thema Tod, die für Kinder geschrieben wurden.
Zum Beispiel "Leb wohl, lieber Dachs" von Susan Varley
oder "Der Baum der Erinnerung" von Britta Teckentrup



Diesen Beitrag widme ich meiner Oma und meinem Opa und den beiden Schwiegeromas, für immer geliebt und nie vergessen.






Samstag, 17. Oktober 2015

Besuch von Tante Wut

Nein das ist kein Rechtschreibfehler, hier ist keine putzige Tante Ruth zu Besuch, sonst gebe es Kuchen und keinen Beitrag.
Hier ist gerade die Wut eingezogen und verwandelt mein, sonst so ausgeglichenes und fröhliches Babymädchen in einen unzufriedenen, meckrigen Wutbürger.
Diese Phase kam nicht schleichend, sondern traf und mit geballter Kraft, vor einigen Tagen beim Versuch ein Mittagsschläfchen zu machen.
Normalerweise klappt es, sobald die Anzeichen von Müdigkeit erkennbar sind, die kleine Maus in den Schlaf zu stillen und nach einer Stunde hat man ein ausgeschlafenes, fröhliches Baby wieder.
Diesmal war es aber anders.
Augen wurden gerieben, es wurde geknoddert und gegähnt, also ab aufs Bett und stillen.
Sie wollte nicht, sie war zappelig und auf eine Art, wie ich es von ihr nicht kannte aggressivund abweisend. Sie drückte sich weg, also wollte ich ihr Freiraum geben, aber diese war auch nicht erwünscht,  sie krabbelte total wackelig vor Müdigkeit wieder auf mich, nur um mich dann wieder von sich zu drücken. Dieses Spiel ging eine ganze Weile, bis sie vor Erschöpfung dann doch in meinem Arm einschlief.
Am nachsten Tag fing das ganze von vorne an, jedoch im ausgeschlafenen Zustand, irgendwas hat sie geärgert und sie schlug und trat um sich. Sie biss mir sogar vor lauter Unwissen, wohin mit sich selbst, in den Arm.
Entwicklungsphasen sind anstrengend, für alle Beteiligten, aber diese Phase (fängt zwischen der 42. und 47. Lebenswoche an) ist die für mich unangenehmste, denn man kann nich4 viel machen, wenn das Baby gerne etwas tun will und dies nicht schafft und zum ersten mal sich mit dem Gefühl Wut auseinandersetzen muss. Ich tröste und beruhige, aber manchmal ist es genau das, was das Baby nicht mag. Ist der Knoten geplatzt und die Phase neigt sich dem Ende, bekommt man sein geliebtes, ausgeglichenes Baby zurück,  es lernt mit Wut besser umzugehen und meist kommen tolle neue Fähigkeiten, die das Baby in der Zeit entwickelt hat zutage. Manche Babys fangen nun mit dem Krabbeln oder gar Laufen an.

Zeitgleich hat das größere Mädchen mit ihrer Gefühlswelt zu kämpfen. Mit vier Jahren ist das Leben aber auch schwer, man fühlt sich groß und stark und möchte alle Ideen, die einem im Kopf entstehen, möglichst schnell und ohne vorher darüber nachzudenken, umsetzen. Nicht immer sind diese Ideen gute Ideen. Manche sind sogar ziemlich schlecht und dann kommt meine Aufgabe, ihr Grenzen aufzuzeigen, Alternativen anzubieten, aber auch zu loben, wenn sie etwas tolles macht. Sie liebt es gelobt zu werden und denkt sich deshalb noch mehr Ideen aus, die sie umsetzen kann, um Mama und Papa staunen zu lassen, wenn diese Ideen dann aber statt Lob, eine erneute Grenze aufzeigen. Dann gibt es kein Halten mehr, Frust steigt auf, um sich sofort zu entladen. Manchmal ist es ein gemeines Wort, manchmal lautes Weinen und eine sehr sture Körperhaltung.
Zum Glück hält die Wut nicht lange an und wir können dann gemeinsam nach einer ausgiebigen Knuddelei, eine neue Beschäftigung suchen.

Für Babys und Kinder ist es schwieriger mit extremen Gefühlen umzugehen, als für uns Erwachsene. Es fehlt ihnen einfach die Erfahrung, wie man damit umgeht, wie man es in Worte fasst oder es verarbeitet.
Das Wichtigeste, ihnen dabei zu helfen, ist es ihre Gefühle ernst zu nehmen, denn für die Kinder sind sie es. Geduld und Einfühlungsvermögen ist wichtig, sie sollen wissen, dass sieernstgenommen und geliebt werden und dass sie in ihren Eltern einen sicheren Hafen haben, wenn die Welt zu stürmisch wird. Aber auch Konsequenz ist wichtig, denn Instabilität bei den Eltern überträgt sich auf die Kinderund der sichere Hafen verwandelt sich in einen Floß mitten auf der stürmischen See.

Dienstag, 13. Oktober 2015

Wirsing-Kartoffel-Cremesuppe

Wiedermal ein Suppenrezept für die kalten und grauen Tage, um uns von innen zu wärmen.


Was du brauchst:
Für 4 große Portionen
1/2 Wirsing
4 große Kartoffeln
3 Karotten
1/2 große Gemüsezwiebel
Pfeffer, Salz, Majoran
Wasser
200ml Sahne 
(ich verwende laktosefreie)

Alles kleinschnibbeln und (ohne Wirsing) in einem großen Topf mit etwas Öl anbraten
Dann mit Wasser bedecken, Salz dazu und den Wirsing draufpacken.
Deckel drauf und kochen lassen bis das Gemüse durch ist.
Dann mit Majoran und Pfeffer würzen, Sahne dazu und nochmal kurz aufkochen lassen.
Jetzt mit dem Pürierstab alles schön cremig pürieren.
Fertig.

Guten Appetit!

Wie bei der Kürbissuppe schmeckt auch diese am nächsten Tag nochmal besser.

Montag, 12. Oktober 2015

Mit Kinderaugen sehen...


Wie schrieb einst der französische Autor Antoine de Saint-Exupéry:
"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."

Wie recht er damit hat zeigte sich für uns an einem grauen Wochenende, den wir im Zoo verbrachten. Wir haben viele Tiere gesehen, einige wurden von unserer, da fast vierjährigen, Maus entweder mit Freude, Angst oder purer Neugierde angeschaut. Aber eine Reaktion werde ich nicht so schnell vergessen.
Wir liefen den Weg entlang und unterhielten uns, direkt vor uns die Maus, die einen Eisstand entdeckte. Wir hatten schon die nächste Diskussion zum Thema Eis vor dem richtigen Essen in unswren Köpfen hallen, da drehte sie den Kopf und rief voller Verzückung "Sieh mal Mama ein Einhorn!"
Sie rannte schnurstracks auf ein Gehege zu und freute sich über das Tier, welches darin auf und ab spazierte. Es hatte kein weißes Fell und regenbogenfarbene Wallemähne, es glitzerte nicht. Es war ein schlichtes, graues Nashorn, es schaute sogar ein wenig grummelig drein. Aber für unser Kind war es Magie, es war ein Einhorn, so wie sie sich eines vorstellt.
Dieses Erlebnis werde ich lange in Erinnerung halten, es war ein magischer Moment.




Die Milch macht's!

Zauberzeug diese Milch, ist sie doch das erste, was wir zu uns nehmen.

Ich stille gerne, jetzt beim dritten Kind stille ich sogar noch lieber als beim Zweiten, wo ich viele Probleme hatte und nach 8 Monaten hat sie sich abgestillt. Beim ersten Kind habe ich nur 6 Wochen gestillt.
Nun stille ich schon knapp neun Monate die kleinste Maus und bisher sieht es nicht nach Abstillen aus, denn bis auf eine Mahlzeit am Tag bevorzugt sie die gute Muttermilch.
Jetzt werden einige denken, warum isst das fast neun Monate alte Baby noch keine Beikostmahlzeiten, alt genug ist sie ja.
Ja ist sie, aber sie mag es nicht. Wir haben da einiges ausprobiert und bis auf eine halbe Portion Brei am Abend oder späten Nachmittag, verlangt sie lieber Muttermilch.
Es gibt viele Mythen und Märchen über Muttermilch und die Dauer des Stillens, man bekommt sie als Ratschläge immer mal mit auf den Weg gegeben und auf die möchte ich heute nochmal gezielt eingehen.

•Die Milch reicht dem Kind nicht mehr, sie ist nicht mehr nahrhaft genug.
Nein das stimmt nicht, die Milch bleibt, egal wie lange man stillt qualitativ gleichwertig, sie passt sich in der Zusammensetzung nur den Bedürfnissen des Babys an. Unser Körper wurde von der lieben Mutter Natur dafür ausgelegt lange zu stillen, das vergessen wir nur gerne.
Meine Milch ist also immer reich an Nährstoffen und macht mein Baby satt.

•Das Baby hat Zähne, es wird Zeit für feste Nahrung.
Es ist zwar selten, aber es kommt vor, dass Babys sogar mit Zähnchen geboren werden, wir kämen doch niemals auf die Idee dem Neugeborenen dann eine Stulle zu servieren.
Zähne sind kein Zeichen für Beikostreife (ich finde dieses Wort besser als Beikostalter, denn es kommt auf die Reife und nicht das Alter an). Umgekehrter Fall, ein Baby mit einem Jahr hat noch gar keine Zähne,  isst aber regulär am Tisch mit. Funktioniert prima.
Beikost schliesst Stillen auch nicht aus, Muttermilch kann einem Kind nicht schaden und jeder Tropfen ist ein positiver Zugewinn für den Körper.

•Gib dem Baby was richtiges zu essen.
Muttermilch ist etwas richtiges, ich lehne mich sogar aus dem Fenster und behaupte es ist das Beste was ein Baby zu sich nehmen kann. Es hat alle wichtigen Vitamine und Mineralstoffe, die ein Baby zum gesunden Heranwachsen benötigt,  was sollte also "richtiger" sein?

•Langes stillen verzieht Kinder
Ich verziehe meine Kinder nicht durch Nahrung. Ich tue ihnen was Gutes und wenn es ihnen gut tut, dann kann es nicht falsch sein.

Ich schreibe es immer wieder gerne, wenn es um die Entwicklung unserer Kinder geht, jedes Kind hat seine eigene innere Uhr und diese zu respektieren und zu achten ist das Beste, was man für sein Kind tun kann. Es zu etwas zu zwingen, zu viel fordern, es überfordern, nur weil die heutige Gesellschaft alles schneller, höher weiter mag, all das tut ihnen nicht gut. Genauso sehe ich das auch mit dem Stillen und deshalb höre ich auf mein Kind und seine Bedürfnisse und nicht darauf, was die Gesellschaft für aktuell richtig empfindet. Denn jeder einzelne ist diese Gesellschaft und nur wenn jeder einzelne Mensch auch glücklich ist, ist es die Gesellschaft.

Samstag, 10. Oktober 2015

...und dann kam alles anders als geplant.


Es gibt wohl nichts im Leben, was weniger planbar ist als das Thema Familienzuwachs.
Es fängt ja schon bei der Zeugung an, klar man kann ein wenig mit Zykluskalender und NFP* das Ganze überwachen, aber die Natur macht trotzdem das, was sie will und man muss darauf warten, dass die Natur ihre Arbeit macht. Es geht aber auch anders herum und man wird ungeplant schwanger, auch dies oder besonders dies ist eine Herausforderung, denn die Pläne waren vielleicht nicht auf ein Kind ausgelegt und nun muss ein Plan B her.

Ist es endlich geschafft und ein kleines Leben reift in der werdenden Mama heran, geht es sofort weiter, Untersuchungen mit oder ohne Ultraschall, Nackenfaltenmessung und Zuckertest ja oder nein, Hausgeburt, Geburtshaus, Krankenhaus, natürliche Geburt oder Kaiserschnitt und so weiter und so weiter.

Zwischen all diesen Fragen und den dazugehörigen Antworten entscheidet die Natur selbst, was für ein Geschlecht da heranwächst. Natürlich, hauptsache das Kind ist gesund, aber sag das mal einer sechsfachen Jungsmama, die von rosa Kleidchen träumt. Aber auch diese Mama verdrückt dann Freudentränchen, wenn ein gesunder Junge ihre Familie erweitert. Im Endeffekt ist das Geschlecht wirklich egal und das ist gut so, denn wir können und sollten dies nicht beeinflussen.

Errechneter Geburtstermin. Es gibt Kinder, die eine Punktlandung hinlegen und genau an diesem Tag zur Welt kommen, aber es gibt auch welche, die sich gerne viel Zeit lassen, nochmal ein wenigKraft tanken vor der Geburt und die ungeduldige Mama und den Papa warten lassen. Dann gibt es welche, die es einfach nicht erwarten können, sich der Welt zu präsentieren,  ihre Eltern unbedingt und ganz unerwartet in die Arme kuscheln wollen. So wie unsere kleinste Maus.
Medizinisch bedingt sollte sie als Kaiserschnitt zur Welt kommen, alles war gut geplant, Datum stand fest, berufliche Termine vom Papa konnten so gelegt werden, dass er Zuhause ist, wenn es soweit ist, Kinderbetreuung war gesichert. Doch es sollte anders kommen. In der 33. Schwangerschaftswoche bekam ich starke Wehen in sehr kurzen Abständen.  Im Krankenhaus wurde eine Gebärmutterhalsverkürzung diagnostiziert und dass zu viel Druck nach unten war. Ich kam an den Wehenhemmer und durfte nur noch liegen. Mir wurde die Frühchenintensivstation gezeigt und die Ärzte dort vorgestellt, um mich darauf vorzubereiten wo mein Bauchwürmchen liegen muss, wenn es jetzt kommen sollte. Ich war so verzweifelt.
Eine Woche Angst und keine Ahnung wie es weitergeht.  Doch das Liegen und die Wehenhemmer taten ein Wunder und das Mäuschen entschied sich noch ein wenig im Bauch zu bleiben.
Die Woche ging an keinem der Familie spurlos vorbei, berufliche Termine mussten verlegt werden, damit der Papa bei den Kindern sein kann, die kleine Tochter musste lernen ohne Mama zu schlafen, die große Tochter musste im Haushalt mehr machen, damit es nicht im Chaos versinkt.
Zurück zuhause durfte ich nur liegen, gar nicht so einfach mit Kleinkind und Haushalt, aber aus Angst, dass das Mäuslein vorher kommt blieb ich liegen und wurde sehr erfinderisch darin das Kind von der Couch aus zu beschäftigen.  So vergingen die Wochen und  trotz gelegentlich leichten Wehen blieb das Babymädchen bis zum geplanten Termin im Bauch, der 4 Tage vor dem errechneten Termin angesetzt war.
Ich bin so dankbar.

Die Geburt selbst ist auch nicht planbar, jede Geburt ist anders, genau wie jede Schwangerschaft und jede Frau anders ist. Klar am Ende kommt da ein Kind raus, aber der Weg dahin ist immer ein anderer. Leider hängt dies auch viel davon ab, wer die Geburt begleitet und wie diese abläuft. Für die werdende Mutter, vorallem für diese, ist es ein sehr prägendes Ereignis, welches nachhaltig ihre Gefühlswelt beeinflusst. Viele träumen von einer selbstbestimmten und wunderbaren Geburt und dann passiert es und sie müssen sich damit anfreunden einen Kaiserschnitt zu bekommen. Oder wollen einen Kaiserschnitt, aber das Baby macht ihnen ganz spontan umd schnell wie ein Flitzebogen einen Strich durch die Rechnung. Nein, ich schreibe jetzt nicht, dass es doch egal ist, wie das Baby zur Welt kommt, hauptsache Mama und Kind sind gesund, denn das ist nur ein kleiner Teil des Ganzen und es wäre unfair gegenüber jeder Mutter, die durch diese Achterbahn der Gefühle gehen muss und diese will ich ihr nicht absprechen. Was ich aber sagen möchte ist, dass man selbst diese Gefühle so nicht akzeptieren muss, man kann an ihnen arbeiten, mit professioneller Hilfe oder erstmal mit einer vertrauten Person. Denn so wie die Gesundheit nur ein Teil der Geburt ist und die Gefühle dazu, sind diese nur ein Teil des ganzen Lebens und dieses Leben sollte man nicht an einem Moment festhängen, es kommt so viel mehr.

Wichtig ist, diese Gefühle nicht in sich hineinzufressen, es gibt Menschen, denen man sich anvertrauen kann, Mann, Hebamme, Freundin, Eltern, egal wer, Hauptsache man spricht und lässt es raus. Denn nichts ist ungesunder für Körper und Geist, als ein großer Klumpen negative Gefühle,  die dann zu groß sind um einfach herauszukommen. Sie drücken und sind immer störend, sie trüben eine Zeit, die einem so nicht wiedergegeben wird.

Doch selbst nach der Geburt wird diese Unplanbarkeit nicht weniger, ganz im Gegenteil. Man will stillen, ob es klappt hängt von verschiedenen Faktoren ab, die meisten kann man beeinflussen,  aber nicht alle (über das Stillen habe ich schon berichtet, ziemlich ausführlich sogar, einfach mal nachlesen). Klappt es nicht, egal aus welchen Gründen oder man entscheidet sich dagegen, muss man sich mit der Frage welche Flaschennahrung man nehmen mag, man wird ja erschlagen von einem riesen Angebot, von einem bekommt Baby Blähungen vom anderen muss es spucken und welche Flasche ist die Beste?

Spätestens jetzt merkt man, das planen nicht mehr so einfach ist und freundet sich damit an, dass ein guter Plan A immer einen flexiblen und spontanen Plan B im Schlepptau hat und so zieht sich das durchs Baby-und Kleinkindalter, über das Schulalter bis hin zur Pubertät. "Was, du willst Weltenbummler werden, statt zu studieren? Oh Kind!"
 Ich denke selbst wenn die Sprösslinge erwachsen sind und vielleicht eigene Kinder haben, wird man immer wieder mit ihnen durch ungeplante Situationen müssen.

Ein gutes Bauchgefühl, kompetente Ansprechpartner und eine fette Portion Liebe machen diese unplanbare, chaotische Zeit wunderbar und zu tollen Erinnerungen für später, die man den Enkelkindern dann erzählen kann.

Wir Mamas sind Organisationstalente, Familienmanager, wir schaffen es sogar fünf Minuten in einer einzigen Minute unterzubringen, jedoch sind wir nicht perfekt und das müssen wir auch nicht sein. Sobald wir das verinnerlicht haben wird alles viel entspannter.

Und nun wünsche ich allen Mamas, werdenden Mamas und einer ganz bestimmten frisch gebackenen Mama ♥ alles alles Liebe für die Zukunft.



*Natürliche Methoden der Familienplanung. Vielleicht berichte ich auch mal darüber.

Freitag, 9. Oktober 2015

Herbstzeit - Erkältungszeit




Der Herbst ist toll, das Land schmückt sich in den schönsten Farben, die Menschen werden gemütlicher und finden wieder Interesse an heißen Schaumbädern, Tee und Kerzenschein.
Ausserdem sind die kalten Jahreszeiten kulinarisch super, endlich wieder Gemüseeintopf ohne Schwitzattacke essen. Und Weihnachten rückt näher.
Mit all diesen wunderbaren Eigenschaften kommt auch eine ziemlich negative Seite mit, auf die wir alle gerne verzichten könnten, die Erkältungszeit.



Ich bin kein Arzt und habe auch nicht vor jetzt aufzuzählen,  was man bei Husten, Schnupfen und Halsschmerzen einnehmen oder inhalieren sollte, ich mag viel lieber vorbeugen, denn besser als gesund zu werden, ist es doch gar nicht erst krank zu werden.

Deshalb hier die wichtigsten Regeln, einer Erkältung aus dem Weg zu gehen:

-Frische Luft.
Bewegung an der Luft ist gesund für Körper und Geist, ausserdem stärkt es das Immunsystem und befreit die Schleimhäute von ungebetenen Besuchern. Also tief durchatmen. Auch Zuhause sollte auf frische Luft geachtet werden und deshalb 2-3 mal täglich kurz gelüftet werden.

-Die richtige Kleidung.
Es ist kalt am Morgen und kann manchmal spätsommerliche Temperaturen am Mittag erreichen.  Um frieren oder schwitzen zu vermeiden empfiehlt sich ein "Zwiebellook" sprich mehrere Lagen übereinander. Gutes Schuhwerk, die den Regen nicht an die Füße lassen, eine Mütze bei kaltem Wind, um die Ohren zu schützen.  Eine dicke Daunenjacke, die nur bis zum Bauchnabel reicht, ist wenig sinnvoll, habe ich aber schon oft draußen gesehen. Gerade die Nierenregion sollte warm gehalten werden, denn dort kühlt man schnell aus und eine Nierenbeckenentzündung ist so spaßig wie sie klingt. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.

-Taschentücher.
Diese sollten nicht mehrfach benutzt werden, sondern nach der Benutzung ordentlich entsorgt werden. Ich bevorzuge weiche Taschentücher, denn eine wunde Nase mag man nicht putzen.

-Husten und Niesen aber richtig!
Ist grad kein Taschentuch bereit, sollte man nicht wild durch die Gegend husten oder niesen, das erwartet man ja schließlich auch von anderen Menschen.
Früher hörte man dann immer "Hand vor den Mund!" aber eigentlich ist das falsch, denn die Hände benutzt man immer und überall und verteilt somit fleißig die Krankheitserreger an allem, was man berührt und das ist ne Menge.
Besser ist es die Armbeuge vor den Mund/die Nase zu halten, wenn man kein Taschentuch hat.

-Hygiene.
Händewaschen ist das A und O im Kampf gegen Bazillen. Krankheitserreger überleben eine ganze Weile auf Oberflächen und gelangen durch Berühren an unsere Hände,  diese kann man nur durch regelmäßiges Händewaschen mit einer Seife, den Kampf ansagen und sie auf Nimmerwiedersehen im Abfluss versenken.

-Gesunde Ernährung.
Viele Vitamine, um die Abwehrkräfte stark zu machen und ausreichend trinken, damit die Schleimhäute gut feucht gehalten und somit keine Fläche bieten, wo sich Erreger festsetzen können.

Das sind so im Großen und Ganzen die besten Tipps um gesund durch die Schnodderzeit zu kommen.
Was ich zusätzlich zu den Tipps raten kann ist es, wenn man unterwegs war, danach eine Nasendusche zu machen. Es gibt in Apotheken und Drogeriemärkten Dosen mit Meerwasswrspray, die einen feinen Sprühnebel in der Nase verteilen und somit die Nase sehr erfolgreich von Erregern reinigen. Es ist so sanft, dass man es auch bei Kindern machen kann, was wirklich praktisch in der Kindergartenzeit ist, wenn mehrere Schnoddernasen in einem warmen Raum zusammenhocken, einfach zuhause dann kurz die Nase reinigen.


Kommt gesund durch die Erkältungszeit!