Montag, 31. August 2015

Mobbing-wenn die Schule Angst macht.



Es passiert schleichend, erst kaum wahrnehmbar, doch immer merklicher verändert sich das eigene Kind. Vorher vielleicht lebenslustig oder draufgängerisch und dann in sich zurückgezogen und teilnahmslos.
Kinder verändern sich alle im Laufe ihrer Kindheit, vorallem wenn große Sprünge gemacht werden, wie Schule oder Pubertät. Doch sollte man nicht jede Veränderung damit abtun, es kann auch mehr dahinter stecken.

Mobbing was ist das?
Mobbing bedeutet das jemand über längere Zeit systematisch durch negative Handlungen von einer oder mehreren Personen schikaniert und gedehmütigt wird.
Damit ist nicht nur körperliche Gewalt gemeint, auch verbale Gewalt in Form von Demütigungen, Beleidigungen, Hänseleien oder Lügen verbreiten gehören genauso dazu wie auch das Ausschließen aus einer Gruppe oder die Zerstörung von Eigentum.

Mobbing kann jeden treffen, es gibt keinen bestimmten Opfertyp. Früher glaubte man, dass stille, ängstliche und zurückhaltende Kinder oft betroffen seien, doch weiß man heute, dass wirklich jeder Typ zum Mobbingopfer werden kann.
In der Schule gibt es Mobbingopfer mit und ohne Brille, dick oder dünn, mit guten und schlechten Noten. Aussehen und Charakter spielen keine Rolle am Beginn des Mobbings, werden dann aber gerne benutzt, um gegen das Opfer zu benutzen. Eher ist es die Gruppensituation, die Dynamik in der Gruppe, einer der vielleicht neu ist oder bei dem erwartet wird, dass wenig Unterstützung von den anderen kommt.
Mobbing zerstört das Selbstvertrauen. Wenig Selbstwertgefühl ist häufig die Folge von Mobbing, nicht die Ursache.

Hilfe, mein Kind wird in der Schule gemobbt, was kann ich tun?

●Veränderungen am Kind wahrnehmen und beobachten. Schulangst, Niedergeschlagenheit, morgendliche Übelkeit, Bauch-oder Kopfschmerzen, um nicht zur Schule zu müssen, ernstnehmen und nicht abschmettern und zur Schule schicken.
●Sollte das Kind sich anvertrauen und über Mobbing sprechen, direkt Kontakt mit der Schule aufnehmen. Die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrer kann dem Kind am Besten helfen.
●Die Schuld nicht beim Kind suchen
●Dem Kind gut zusprechen, Selbstbewusstsein stärken
●Gemeinsam nach Lösungen suchen, mit Kind und Lehrer
●Gib deinem Kind Sicherheit, denn genau diese braucht es, es muss wissen, dass es dir vertrauen kann und ernstgenommen wird.

Leider ist es heutzutage so, dass fast jedes Kind mit Smartphone und Tablet ausgestattet ist und sich das Mobben nicht nur auf die Schulzeit beschränkt, sie werden auch Zuhause, zu jeder Zeit mit Demütigung und Hänseleien konfrontiert. Im Netz sinkt bei vielen die Hemmschwelle, sie gehen noch aggressiver vor, als sie es persönlich machen würden. Nichts ist ihnen fies genug, um ihr Opfer zu schikanieren. Beleidigungen, Fotos selbst Adresse und Vollnamen werden im Netz veröffentlicht.
Was viele Kinder und Jugendliche nicht wissen, Mobbing und Cybermobbing sind zwar kein Strafbestand, aber bestimmte Handlungen sind eine Straftat.

Wer mehr darüber lesen mag kann auf der Beratungsseite der Polizei nachlesen, dort sind auch viele weitere Tipps und Fakten zum Thema Mobbing und dessen Lösung oder Vorbeugung.
Auch auf den Seiten des staatlichen Schulamtes findet man Hilfestellen für Mobbingopfer in eurer Nähe.


Mobbing ist furchtbar, die Täter selbst haben meist keine Ahnung, was ihre Worte und Taten wirklich anrichten und die Opfer leiden meist mehr als sie zugeben.
Nehmt eure Kinder ernst, schützt sie, pflegt ihr Vertrauen in euch und helft ihnen, wenn ihr das Gefühl habt, dass etwas nicht stimmt.

Sonntag, 30. August 2015

...dann bin ich jetzt furchtbar traurig.


Selbstbestimmungsrecht. Jeder will für sich selbst bestimmen, sein Leben leben, will dass seine Gefühle respektiert werden. Leider vergessen viele Menschen schnell, dass dies auch für Kinder gilt.

●"Wenn ich keinen Kuss kriege muss ich weinen." Oder der Klassiker: "Komm mal auf mein Schoß oder willst du, dass ich traurig bin?"
●"Du bekommst ein Gummibärchen,  wenn du mir einen Kuss gibst." Oder "Ich werde nicht umarmt? Dann gibts auch kein Bonbon"
●"...aber sag das nicht deinen Eltern, dann schimpfen sie." Oder "...das bleibt unser kleines Geheimnis, sag es nicht der Mama, sonst bin ich traurig"
●"Wenn du mich lieb hast dann musst du..." Oder "...dann hast du mich nicht lieb."

Schreckliche Sätze, die leider sehr oft fallen, ob bewusst oder unbewusst. Sie schaden den Kindern, setzen sie unter Druck und nehmen ihnen die Chance auf ihr Selbstbestimmungsrecht.
Wir versuchen unsere Kinder zu verantwortungsvolle, selbstbewusste Menschen zu erziehen, die ehrlich ihre Meinung sagen sollen und sich in der Welt behaupten sollen.
Wo sollen sie das lernen, wenn nicht bei ihrer Familie, wo sie doch eigentlich keine Angst haben müssen? Wie sollen sie lernen sich vor sexuellen Übergriffen oder Mobbing zu schützen,  wenn sie schon innerhalb der Familie zu Opfern gemacht werden?
Das Kind will etwas nicht? Akzeptieren! Basta!

Zuneigung und Liebe kann man sich nicht erkaufen oder erpressen, man muss sie erarbeiten und sich verdienen. Nur wenn sie von sich aus und aus freien Stücken kommt, ist es aufrichtig und ehrlich. Alles andere ist doch für alle Beteiligten nicht angenehm.
Ein Kind durch körperliche Überlegenheit, durch Geschenke oder Süßkram, emotionale Erpressung oder durch unter Druck setzen zu Handlungen zwingen hat rein gar nichts mit Liebe zu tun und macht die Beziehung zum Kind nachhaltig kaputt. Noch schlimmer, das Kind lernt, dass man durch solche Handlungen seinen Willen bekommt und wendet dies später selbst auch an, anstatt es auf die richtige Weise zu machen und sich Aufmerksamkeit, Liebe und Zuneigung auf ehrliche Art zu verdienen.
Wir sind schliesslich die Vorbilder für unsere Kinder.

Ist es als Oma* ein gutes Gefühl, wenn man seinen Enkel mit Süßigkeiten erpressen muss, nur um eine Umarmung zu bekommen? Reicht es nicht zu wissen, dass es gerne zu Besuch kommt und einen lieb hat?
Muss der Opa* unbedingt seine Enkel auf dem Schoß sitzen haben, selbst wenn sie sich sträuben? Was hat er davon, ist es nicht viel schöner den Kindern beim Spielen zuzuschauen?
Ich kann mich an meinen Stiefopa erinnern, der bei jedem Besuch, mit seiner lauten Stimme rief, ich soll mal zu ihm kommen, sonst krieg ich den Popo geklopft. Aus Angst bin ich natürlich zu ihm gegangen hab ihn schnell umarmt und bin dann davon gestürmt und habe versucht unauffällig zu sein, nicht dass er nochmal so furchteinflößend ruft, oft fand man mich unter der Küchentheke im Hundekorb.

Aber es passiert nicht nur in der Familie, auch außerhalb muss so manches Kind viel über sich ergehen lassen, sei es der Backenkneifer der alten Dame im Kaufhaus, das Kopftätscheln der Fremden auf der Straße oder die einschüchternden Belehrungen des Mannes, der dem Kind erzählt, es müsse guten Tag sagen, wenn es an ihm vorbei geht.
Oder Babys, sie sind die gefundenen Opfer von Menschen, die gerne anfassen, begrabbeln und abknutschen, denn sie sagen ja noch nichts dagegen und ihr wehren in Form von Weinen wird dann auf Hunger oder Bauchweh geschoben und bekommt noch "wertvolle" Erziehungstipps gratis dazu. Wehrt man die Leute ab und schützt sein Kind ist man gleich ne doofe Glucke, die eine Generation von Weicheiern heranzieht.

Aber wir Eltern müssen in solchen Situationen für unsere Kinder einstehen, wir müssen das mulmige Gefühl in der Magengrube ignorieren und den Menschen sagen, dass sie unsere Kinder nicht einfach anzufassen haben, sie nicht einschüchtern oder erpressen dürfen.
Wir müssen ein lautes und klares Nein sagen, so dass die Kinder es hören und sehen, dass es okay und gut ist, wenn man nein sagt. Sie sollen wissen, dass wir sie schützen und sie dieses Nein auch gerne selbst sagen können,  da wir hinter ihnen stehen und auf sie achten.

Ich hatte mir mal vorgenommen das Verhalten anderer Menschen, gegenüber meinen Kindern, einfach zu imitieren und sie so auf ihr Fehlverhalten aufmerksam machen, aber die Überwindung, einem Fremden den Kopf zu streicheln oder in die Backe zu kneifen ist bei mir dann doch zu hoch. Ich habe es geschafft einer Dame den Kopf zurück zu tätscheln und ihr Gesichtsausdruck war zum Lachen, sie dachte wohl ich bin nicht ganz dicht, aber ich habe mich dabei so unwohl gefühlt, ich werde das nie wieder machen.

Mamas und Papas achtet auf die Signale eurer Kinder, schützt sie, gebt ihnen Selbstvertrauen und übt mit ihnen das Nein. Denn wir erziehen keine Weicheier, wir erziehen starke, selbstbestimmte Menschen, die sich nicht unterdrücken lassen und für ihr Recht einstehen.



*natürlich geht es hier nicht nur um Oma und Opa, man kann da auch alle anderen Familienmitglieder oder Familienfreunde einfügen, ich fand Oma und Opa wegen der Kürze grad so praktisch.


PS.: Falls hier ein Kopftätschler mitliest, habt ihr keine Angst vor Kopfläuse?^^





Dienstag, 25. August 2015

Supermuddi- Kompliment oder Beleidigung?

Aus aktuellem Anlass widme ich mich diesem Thema.
Es scheint momentan Mode zu sein Ausdrücke wie "Super-Mommy"  oder "Supermama" (gerne auch mit der Endung Muddi oder Mutter) als Beleidigung zu nutzen, wenn man an der Meinung einer Mutter etwas auszusetzen,  jedoch keine Argumente dagegen hat. Ich wurde schon oft mit diesen Ausdrücken "beschimpft" , warum kann ich nicht nachvollziehen. Ich dränge niemandem meine Meinung auf, antworte aber, wenn mich jemand zu meiner Meinung fragt und würde meine Ansichten auch niemals als einzig richtige ansehen, jedoch sage es ganz ehrlich, wenn jemand wirklich falsch liegt und dieses  mit Fakten zu belegen ist.

Aber warum gerade Super Mama?
Ich habe diese Bezeichnung erstmals im Internet mitbekommen, es war in einer Diskussion,  einiger Mütter, über Beikost. Ansichten und Erfahrungen trafen aufeinander,  jeder sah seine als einzig richtige an und schwupps fiel ein "Supermama, du weisst wohl alles besser".
Zum ersten Mal ins Gesicht bekam ich diesen Ausdruck im Zusammenhang damit, dass ich stille und Tragetücher nutze, ich sei öko und eine Supermuddi.
Gerne fällt auch der Zusatz "du glaubst wohl du bist fehlerfrei" oder ein gehässiges Lachen.
Meine Antwort ist meist ganz einfach, ja ich bin eine super Mama und zwar aus dem Grund, weil ich meine Kinder liebe, mich gerne mit ihnen beschäftige,  mich ausreichend informiere, was für sie gut ist und das ganze von Herzen gerne mache, ich bin nicht perfekt, aber gebe mein Bestes. Was ist daran denn bitte falsch? Ist das nicht jede Mutter?
Als Supermama würde ich mich aber nicht bezeichnen, da ich darunter einfach nichts verstehe, besonders da es immer mit einem negativen Unterton gesagt oder geschrieben wird.

Wenn mich etwas interessiert, dann möchte ich einfach alles darüber wissen, ich suche Fachbücher, lese mich durch Erfahrungen, höre mir andere Meinungen an und baue mir ein großes Wissen über das Thema auf.

Ich nehm mal das "Ferbern" als Beispiel, eine Einschlaflernmethode aus dem Buch "Jedes Kind kann schlafen lernen" von A. Kast-Zahn und H. Morgenrot. Die Autoren beschreiben indem Buch eine Methode dem Kind das Einschlafen ohne Begleitung zu erlernen, so wie es Dr Ferber aus den USA macht. Kurz gesagt, man lässt sein Baby schreien,  geht in festgesetzten Zeitabständen mal kurz rein und lässt es dann weiterschreien, bis es resigniert und einschläft. Was nach einer Foltermethode klingt und mittlerweile von Dr Ferber sogar selbst abgeraten wird, steht als Buch in vielen Haushalten und wird leider gerne angewandt.
Im Buch selbst wird nicht von den schlimmen Nebenwirkungen des Ferberns erzählt,  dass das Kind beim Schreien viel zu viele Hormone produziert, die schlecht für den Körper sind, das Kind kein Zeitgefühl hat und selbst 3 Minuten eine Ewigkeit sind. Es schreit, bis es die Stimme verliert oder die Seele gebrochen ist und es aus Erschöpfung, völlig einsam und alleingelassen einschläft. Es ist schrecklich, diese Methode ist schrecklich, so lernt man nicht schlafen. Richtig schlafen können ist ein Reifeprozess, welches sich bei jedem Kind anders entwickelt, genau wie das Krabbeln, Laufen, Sprechen, durch Schreienlassen kann man nicht schlafen lernen, man verliert nur das Vertrauen in seine Eltern und lernt, dass sie nicht kommen, wenn man sie braucht und schreit. Ich schweife ab...

Wenn mich jetzt eine verzweifelte Mutter fragt, was ich von diesem Thema halte, dann sage ich wie schrecklich ich es für das Kind finde, es keine gute  Methode ist und das Kind Schaden nehmen wird. Ich zähle die Fakten, die dagegen sprechen auf, nenne aber auch Alternativen, die ihr die anstrengenden Abende vielleicht erleichtern können. Ob sie diese annimmt ist ihre Sache. Kommt dann ein "Du Supermuddi, jedes Kind ist anders,  du kennst meins nicht" von ihr oder einer dritten Person, die diese Methode super findet, dann habe ich keine weitere Diskussionsbasis auf der ich aufbauen kann und lasse es sein, denn so bringt es nichts zu diskutieren. Klar ist jedes Kind anders, aber ich kenne kein Kind, welches gerne schreit.
Möchte aber ganz klar sagen, dass ich Eltern verstehen kann, die ihr Kind für einen kurzen Moment sicher ablegen und das Zimmer verlassen, wenn es gefühlt ewig am Schreien ist. Solche Kinder gibt es auch und das ist eine große Belastungsprobe für die Eltern, da hat das kurze Rausgehen nichts mit der Ferbermethode zu tun.

Aber zurück zum Thema.
Supermutti, ich hab es auch schon im positiven Sinne gelesen, da ging es um eine Frau, die ihren Haushalt, die Kinder und die komplette Familienorganisation ohne Probleme im Griff hat. Da sagte bzw schrieb man dann auch du Supermutti.
Aber wenn es doch auch als Beleidigung genutzt wird, woher soll man denn wissen, ob es dann positiv oder negativ gemeint wird. Sehr verwirrend.

Meist wird dieser Begriff von Eltern benutzt, am häufigsten Frauen. Ich glaube ja sie sehen es als Totschlagargument, wenn sie ihre Meinung gefährdet sehen und sich nicht schlecht fühlen wollen, aber es an vernünftigen Argumenten mangelt. Ich finde es armselig.
Wenn jemand fundierte Fakten auf den Tisch bringt, die mir helfen mein Kind besser zu erziehen, glücklicher zu machen oder mir einfach das Leben erleichtern, dann ist es kein Armutszeugnis,  wenn ich meine Meinung überdenke und für neue Vorschläge offen bin. Es gibt in der Erziehung viele richtige Wege zum Ziel und das Ziel sollte eine glückliche Familie sein. Es gibt keine Supermama, denn wie der Ausdruck schon sagt gäbe es davon nur eine, aber es gibt viele super Mamas, die Tag für Tag ihr Bestes geben und dabei einen super Job machen. Jede auf ihre Weise.
Wieder kann ich nur auf Respekt und Toleranz appellieren, denn wir profitieren alle aus einem gepflegten und freundlichen Miteinander, vor allem unsere Kinder.





Freitag, 21. August 2015

Hör niemals damit auf!

Das Leben besteht nicht nur aus Freiheiten und das lernt man ziemlich früh. Regeln die zu befolgen sind, gehören dazu, um in einer friedlichen und ungefährlichen Gesellschaft zu leben.
Auch für Kinder gibt es Regeln, andere, als bei erwachsenen Menschen, jedoch sollen diese Regeln sie zu guten Menschen heranwachsen lassen und sie schützen,  damit sie sich nicht in Gefahr bringen oder verletzen und Ihnen beibringen, was falsch und richtig ist. Solche Regeln sind wichtig und gut.
Oft sagt man zu seinem Sprössling ein strenges "Lass das" oder "Hör auf damit," wenn es etwas tut, was es nicht tun sollte, wir erklären ihnen, warum sie manches nicht tun oder sagen dürfen und hoffen, sie verstehen es, haben Einsicht und dementsprechend handeln.
Das gehört dazu, auf dem Weg erwachsen zu werden.
An manchen Tagen, wenn alles etwas neben der Spur läuft sagt man solch ein "Lass das sein" oder "Hör auf damit" auch in Momenten, die gar nicht wirklich so eine Maßregelung benötigen. Vielleicht singt das Kind einfach nur laut und mit schiefen Tönen ein Lied, welches es im Kindergarten neu gelernt hat, während man selbst mit Kopfschmerzen kämpft, da man einen stressigen Tag hatte oder die Geschwister machen lauthals Quatsch auf der Rückbank des Autos, während man selbst genervt ist, da man im Feierabendverkehr feststeckt. Eigentlich haben sie nur Spaß, doch es geht einem in dem Moment auf die schon beanspruchten Nerven. Manchmal fällt es einem dann auf, wenn die fragenden Augen einen anblicken und sich keiner Schuld bewusst sind, manchmal ist es einem einfach egal, denn man möchte einfach Ruhe. Das ist menschlich, genau wie der Drang, den die Kinder ausleben, wenn sie singen, quasseln, tanzen, springen, rennen und einem dabei manchmal damit auf die Nerven gehen.
Was man sich jedoch dabei eingestehen muss, Kinder können nicht in unsere Köpfe schauen, sie leben einfach nur unbedarft ihre Gefühle aus, machen das, wonach ihnen ist, denken dabei nicht so nach, wie wir Erwachsenen. Sie können nicht ahnen, dass der Tag mies war, Mama oder Papa gestresst sind, wenn sie sich selber doch so gut fühlen und dies mit einem Lied feiern wollen oder wenn sie vor lauter Müdigkeit weinerlich sind und uns dies dann lang und laut mitteilen. Sie tun es nicht um uns zu ärgern, nur wir finden es, in Momenten eigener Schwäche, als für uns unangenehm, kaum auszuhalten.
Ich möchte meinen Kindern das nicht nehmen, nicht verbieten, weil ich gerade genervt bin, ich möchte ihnen nicht aufzwingen ihre Freude unterdrücken zu müssen, wenn es mir grad nicht danach ist.
Wenn meine Kinder glücklich sind und sie dies ausleben, möchte ich mit ihnen lachen und von ganzem Herzen sagen, "höre niemals damit auf."
Sollten sie traurig, müde oder einfach schlecht drauf sein und mir dieses mitteilen wollen,  sollen sie wissen, sie müssen damit nicht aufhören,  ich nehme sie ernst, nehme ihre Gefühle ernst und möchte ihnen helfen, damit sie sich wieder besser fühlen. Sie sollen sich mir mitteilen, ihr Leben mit mir teilen, wissen, dass sie mit allem zu mir kommen können und nicht zurückgewiesen werden.
Jedoch wird es weiterhin Tage geben, an denen ich einfach gestresst bin, müde, ausgelaugt, aber an solchen werde ich ihnen ihre Freude nicht verbieten, ich werde tief durchatmen und sie weitersingen, weiter lachen, weiter Kindsein lassen und später werde ich sie ganz fest in den Arm nehmen und ihnen sagen, dass sie tolle Kinder sind, ganz genau so wie sie sind.
Ich möchte das meine Kinder, wenn sie an ihre Kindheit zurückdenken,  sie positiv in Erinnerung haben. Sie sollen sich niemals fühlen, sie hätten ihre Gefühle unterdrücken müssen, wegen meiner Gefühle.
Denn zu einer glücklichen und zufriedenen Gesellschaft gehören nicht nur Regeln, ein Miteinander funktioniert nur, wenn man einander achtet und respektiert und die Gefühle der anderen ernst nimmt.






Montag, 17. August 2015

Schlaf Kindlein schlaf...



Anfangs möchte ich erwähnen,  dass das meine Ansichten sind und sie nicht für jeden richtig sein müssen,  aber dies ist meine Erfahrung und meine persönliche Meinung.

Schlaf ist wichtig, ohne Schlaf funktioniert der Mensch nicht. Es ist quasi unsere Akkuladezeit für Körper und Geist.
Natürlich ist der Mensch keine Maschine und man kann uns nicht einfach an eine Steckdose stecken und laden. Wir sind da ein wenig komplizierter.
Und da fangt es schon an, wir Menschen sind einfach sehr kompliziert.

Wir können nicht überall schlafen, jeder hat da seine Vorlieben, die einen mögen es kalt, die anderen kuschelig warm, manche mögen harte Matratzen andere wiederum weiche Unterlagen, in die man hineinsinken kann, wie in einen großen Berg Zuckerwatte.
Es gibt Menschen, die schlafen gerne mit Licht oder brauchen etwas, was sie hören können,  wie Musik oder Hörbücher, andere wollen es ganz dunkel und bloß keine Geräusche.
Was aber alle Menschen gemeinsam haben, sie wollen nicht mit Angst schlafen.

Angst. Warum sollte jemand Angst haben, zuhause im heimischen Bett, mit kuscheliger Decke und gut duftender Bettwäsche? Ist das nicht die Voraussetzung für schöne Träume?
Nicht für jeden.

Und schon sind wir bei dem Thema wo ich eigentlich hin will, Babys und Schlaf.
Viele Babys können nicht alleine schlafen, sie mussten es noch nie. Klar im Bauch sind sie alleine, aber eigentlich sind sie dort auch nicht alleine, schließlich ist Mama da, ihr Herzschlag, ihre Stimme, ihr beruhigendes, sanftes Wiegen, bei jeder Bewegung, die sich macht. Das Baby fühlt sich wohl und geborgen.
Kaum auf der Welt, in der es nicht mehr so kuschelig warm ist, man in Kleidung gezwängt wird, die Schwerkraft an einem zerrt, während Licht und Lärm einen erschrecken, müssen viele Babys lernen alleine zu schlafen. Sie weinen.
Babys weinen nur aus einem Grund, ihr Überlebensinstinkt.
Schreien bedeutet man wird gehört, einem wird geholfen. Sei es Hunger, der gestillt werden muss oder man sucht die Nähe zu Mama.
Auf der Brust schlafend hat man die wohlige Wärme zurück und den Herzschlag, den man von der ersten Sekunde an hörte, immerzu, bis zur Geburt.
Schreit ein Baby, dann braucht es etwas und sollte dies auch bekommen, besonders wenn es Nähe ist, denn auch diese ist, wie Schlaf und Nahrung, wichtig für uns Menschen.
Man kann ein Baby nicht verwöhnen.
Ich bin fest der Überzeugung,  wir Menschen sind Rudeltiere und wollen nicht alleine, jeder für sich sein, besonders nicht in der Nacht. Na gut, es soll ja Ausnahmen geben, aber ich denke die halten sich in Grenzen.
Viele kennen das komische Gefühl,  wenn der Partner mal nicht zuhause ist und man alleine schlafen muss, das fühlt sich nicht gut an, als würde was fehlen.
Babys kennen dieses Gefühl auch und sehnen sich nach Nähe und Geborgenheit.
Gerade am Anfang, wenn das Baby noch sehr klein ist, ist es auch ziemlich praktisch das Baby einfach mit im Elternbett schlafen zu lassen, bei kleineren Betten gibt es Beistellbetten, die man ans Elternbett befestigt. Das Baby schläft ruhiger, wenn es die Atemgeräusche der Eltern hört,  wenn es weiß,  dass es nicht mutterseelenallein in einem dunklen Raum liegt. So bekommen auch die Eltern mehr Schlaf.

Meine Hebamme sagte mal zum Thema Kinder im Elternbett: Kinder sind keine Flecken, die gehen wieder raus.

In dem Sinne, schlaft gut.


Sonntag, 16. August 2015

Mütterolympiade

Höher, schneller, weiter...

Seien es die Fähigkeiten der Kinder oder was die Mutter alles am Tag (und manchmal auch in der Nacht) schafft. Manche wollen einfach immer besser sein. Selbst wenn man nichts von diesem Konkurrenzdenken hält und sich versucht davon fernzuhalten, wird man manchmal unfreiwillig mit hineingezogen, in die furchtbare Welt der Mütterolympiade.

Ich bin ein gefundenes Fressen für Mütter, die sich besser fühlen,  wenn ihre Kinder alles schneller und besser können,  denn wir leben ein wenig wie die Faultiere, ganz nach dem Motto, jeder hat seine Zeit. Wir stressen uns nicht, (über-)fordern nicht die Kinder und freuen uns dann, wenn zwanglos und entspannt, die neuen Fähigkeiten gezeigt werden. Wir gehen damit dann auch nicht in der Krabbelgruppe hausieren, aber wenn jemand fragt antworten wir. Eigentlich gehen wir in keine Krabbelgruppe, da in der letzten Krabbelgruppe genau dieses Verhalten, die Entwicklungen der Kinder zu vergleichen und die  "langsameren" Kinder schlecht zu reden einfach den Spaß an der Sache genommen hat. Und das nicht, weil meine Kinder bei allem später anfingen, es waren einfach diese Vergleiche, sie sind unangebracht und absolut unmenschlich.
Unmenschlich? Ja genau, sie sind unmenschlich. Wir sind nämlich Menschen und keine Maschinen. Wir haben kein Uhrwerk in uns, der bei jedem gleich getaktet ist, wir haben alle unsere eigene innere Uhr. Bei jedem tickt sie anders und das ist auch gut so.

Jedes Kind hat andere Interessen,  die einen bewegen sich gerne, krabbeln früh los und entdecken die Welt auf ihren kleinen Reisen. Andere spielen gerne mit Perlen, fädeln diese konzentriert auf und haben dabei riesen Spaß. Dann gibt es Kinder die gerne Bücher anschauen oder sich vorlesen lassen, gerne quasseln und es eigentlich gar nicht so toll finden, zum gefühlt zwanzigsten Mal die Rutsche hochgescheucht zu werden. Aber Mama scheucht,  schließlich kann der Bub von Freundin XY schon so toll alleine die Leiter der Rutsche hochklettern.
Und das ist das Problem dieser Vergleiche, sie sind oberflächlich und gehen gar nicht auf das ein, worum es eigentlich geht, nämlich das eigene Kind und was dieses gerne mag.
Mein Kind klettert nicht gerne die Leiter hoch? Dann muss es das nicht, ich kletter ja auch nicht auf hohe Objekte, nur weil es jemand von mir will. Ich biete es dem Kind an, will es das nicht, dann ist das so.
Schon der Besuch beim Kinderarzt macht vielen Eltern schlaflose Nächte,  wenn eine Vorsorgeuntersuchung ansteht. Was wird der Arzt sagen? Wird er zufrieden sein? Ist unser Kind altersgemäß entwickelt?
Eins kann ich da sagen, die meisten gesunden Kinder sind vollkommen normal entwickelt und die Angst vor den Untersuchungen ist vollkommen unbegründet.  Ein guter Arzt sieht, ob es einem Kind gut geht und weiß, dass nicht jedes Kind zur selben Zeit die gleiche Entwicklungsschritte durchmacht.
Ich mag da unseren Kinderarzt, er fragt viele Fragen, schaut nach den Kindern, man sieht ihm an, dass er das Kind als Individuum sieht und nicht als Maschine, die zu funktionieren hat. Er hat Verständnis wenn das Kind mal keine Lust hat auf bestimmte Dinge oder nicht mit ihm reden mag. Er nimmt jedes Kind als Person wahr und ernst und das finde ich prima. Will mein Kind mal nicht eine bestimmte Aufgabe erfüllen,  sondern lieber etwas ganz anderes machen, dann ist er flexibel und stellt sich darauf ein, geht darauf ein und bekommt auch so seinen Eindruck von dem Kind. So zeigt das Kind viel kooperativer was es kann, als wenn man es zu etwas zwingt, worauf es keine Lust hat.

Wann in seinem Leben hat man nochmal die Chance so unbedarft nur dem nachgehen zu können,  worauf man Lust hat? Viel zu früh muss man anfangen in bestimmte Formen zu passen, man denke nur mal an die Schule und was die von einem fordert. Da sollte man die Zeit, die man als Kleinkind hat nicht auch dressiert werden, wie ein Hündchen,  welches man dann bei anderen Müttern zur Schau stellt, wenn es was neues kann.

Natürlich ist man stolz, auf die ersten Krabbelversuche, die ersten Worte und Schritte, aber das kann man auch sein, wenn sie nicht super früh kommen. Man sollte immer stolz sein können ohne Zeit und ohne Druck.
Ist der Druck erstmal weg kann man das Elternsein viel mehr genießen und somit kann das Kind auch seine Kindheit besser genießen.  Denn entspannte Eltern haben entspannte Kinder und was die anderen denken und machen kann einem doch echt egal sein.

Ich mach nicht mit bei der Mütterolympiade, ich sage da ganz klar nein.
Ich sage auch ganz klar nein zu Beleidigungen wie "Du Supermuddi!"
Es gibt keine perfekten Mütter und auch keine perfekten Kinder. Jeder macht es so, dass  alle glücklich sind und dann ist es für diese Personen der perfekte Weg.
Toleranz und Rücksicht, Akzeptanz und Offenheit sind so viel besser als Konkurrenzdruck und Vorführen seiner Familie.
Elternsein ist sowas schönes und sollte es auch bleiben.


Dienstag, 11. August 2015

Die Sache mit der Zeit...


Heute habe ich mich spontan entschlossen Bilder in meinem Schlafzimmer aufzuhängen.
Ich kramte Rahmen und Fotos raus und schon verlor ich mich in all den Erinnerungen der letzten Jahre.
So viel ist passiert, in so kurzer Zeit.
War ich vor kurzem doch selber noch ein Kind, jedenfalls fühlt es sich so an. Dabei sind viele Jahre schon ins Land gezogen und ich bin selbst Mutter von drei wundervollen Kindern.
Das große Kind fast schon erwachsen, das kleinste Kind gerade erst geschlüpft.

Ich kann mich so gut an meine eigene Kindheit erinnern, als sei sie erst gestern gewesen, aber was ich gestern zu Mittag hatte, das weiß ich nicht mehr.  Warum das so ist?
Als Kind erlebt man alles viel intensiver, keine Ablenkungen durch Verantwortung und dem täglichen Wahnsinn. Heute erledige ich zehn Dinge auf einmal und bemerke manchmal nicht, wie schnell dadurch der Tag vorbeigezogen ist, ohne einen Moment der Ruhe gehabt zu haben, einen Moment, indem ich einfach nur ich bin, ich im Hier und Jetzt.
An anderen Tagen lebe ich viel bewusster, koste den Tag voll aus, zusammen mit meiner Familie oder nur mit den Kindern, dann bleibt die Welt stehen und nur wir existieren. Nichts ist mehr wichtig, außer unser kleines Glück.

Abends, wenn es ruhig wird, wenn die Kinder schlafen genieße ich einen solchen Moment der Ruhe nur für mich allein.  Ich hänge meinen Gedanken nach, denke nach über den Tag, was schön war und was nicht so schön war, was ich gerne anders machen will und was ich gerne erhalten mag.
Dann schaue ich das Baby an, wie es so neben mir liegt, nah und geborgen, friedlich schlafend und denke mir, wie schön wäre es jetzt einfach mal die Zeit anzuhalten und diesen Moment festhalten.
So schnell wird das Baby groß und die Babyzeit ist dann auch nur noch eine Erinnerung. Eine von vielen, die an meiner Wand hängen werden, damit ich sie anschauen und mich zurück erinnern kann.
Zurück erinnern und mich an dem Glück erfreuen, so eine wunderbare Familie zu haben. Eine Familie, in der geliebt, gelacht, geweint, gestritten, verziehen, und unendlich viel Zeit miteinander verbracht wird.
Wenn ich mal alt bin soll meine Bilderwand voller Erinnerungsbildern riesengroß sein. Dann werde ich meinen Enkeln und Urenkeln von den kostbaren Momenten erzählen und ihnen sagen, egal wie chaotisch und schnelllebig die Welt zu sein scheint, schafft euch einen Ruhepol, in der ihr euch zurückziehen könnt und ab und an einfach verschnaufen und die Welt anhalten könnt,  ein Platz zum Träumen, Erinnern und die Zeit vergessen.
Denn nichts ist so kostbar wie die Zeit, denn sie ist begrenzt, für jeden von uns.

Verfilzt und zugenäht...




Als erstes, entschuldigt die miserable Qualität der Bilder, jedoch sind einige schon ein wenig älter,  wollte sie aber trotzdem zeigen.

Heute eine DIY Idee, die man Abends vor dem Fernseher machen kann, um morgens dann das große Freude im Kindergesicht zu sehen. Einfach, schnell und auch für Nähanfänger ganz easy peasy.

Filzkreationen. Ob als Geburtstagsshirt, Kinderküchenaccessoires, oder Kleinigkeiten für die Rollenspielkiste, man kann mit Filz wirklich viele Sachen machen.
Es ist enfach zu verarbeiten und verzeiht Fehler.
Filz kann man in bunten Bögen im Bastelbedarf kaufen, ansonsten braucht man nur Kleber und Garn und Nadeln.

Hier meine Filzkreationen:






Dienstag, 4. August 2015

Mama und die Schokoladenfabrik...


Kinder imitieren gerne uns Erwachsene, sei es Mama oder Papa oder die großen Geschwister.
In Rollenspielen spielen sie das nach, was sie bei uns gesehen und erlebt haben.
Mein Mädchen liebt Rollenspiele, sei es mit dem Puppenhaus, wo sie eine komplette Großfamilie mit Eisbären als Haustier hat oder mit Pfeil und Bogen, wenn sie eine Kriegerprinzessin spielt, die sich auf die Lauer legt, um einen verwunschenen Bären zu jagen. Manchmal spielt sie auch ganz simple Alltagssituationen nach, in der Kinderküche oder sie tippt wild auf der Computertastatur herum und schreibt einen Praktikumsbericht.
Ab und an ist sie eine nettw Donutverkäuferin und manchmal Starköchin in einer Pizzeria mit Lieferservice. Ganz egal, wenn sie etwas spielen mag greift sie sich von überall her Utensilien und macht sich ihre kleine Welt zurecht. Die Hauptzutat ist Fantasie.

Eines Tages fing sie an oft über Pralinen, Kuchen und andere Leckereien zu reden und mir diese zu servieren. Meist gab es dann alte, eingetrocknete Kastanien, die beim Servieren vom Teller kullerten und mit einem entschuldigenden, aber frechen grinsen wieder auf den Teller befördert wurden, um sie mir dann anzubieten. Sie weiß,  ich liebe Kuchen und Schokolade.

Ich dachte, da kann ich ihr doch ein wenig helfen. Was wäre,  wenn sie richtige Pralinwn hätte? Würde sie mit diesen spielen?
Als die Maus im Bett war und ich meinen Bastelschrank geplüdert hatte, sollte es losgehen.

Mein Plan: Fimopralinen


Ich schaute mir auf Webseiten an, wie Pralinen genau ausehen können und begann dann mit der Herstellung.
Fimo ist im Prinzip wie Knete und lässt sich wunderbar formen, man kann Farben untereinander misxhen und die dollsten Kreationen zutage bringen.
Danach ab in den Ofen für 20 Minuten auf 110 Grad und sie sind fertig.
Ich habe meine noch lackiert, damit sie glänzen.


Eines Tages, im Drogeriemarkt mit dem Pferdemannsymbol, fand ich eine sehr ansprechende Pralinendose aus Blech. Herzförmig und mit nostalgischer Minnie und Mickey Maus Prägung vorne drauf, sie war PERFEKT!
Zu meinem Glück passten meine Pralinen in die vorgefertigte Einlage in der Dose. Ich war äußerst zufrieden mit mir und dem Ergebnis.

Doch am Besten war die Reaktion vom Herzmädchen, sie hat sich so sehr gefreut. Spielte sofort damit. Jeder durfte eine Praline aussuchen und "essen" und sie fragte immer ob es denn schmeckt.





Ich finde diese Idee ist ziemlich einfach umzusetzen und eine Bereicherung für jede Kinderküche oder Kaufmannsladen. Und sind wir ehrlich, so schöne Pralinen gibt es von den Spielzeugherstellern nicht zu kaufen.

Was du brauchst:
Fimo Soft in Schokobraun, Caramel, Weiß, und Rot (oder ganz andere Farben, schliesslich ist deiner Fantasie und Kreativität keine Grenzen gesetzt).
Kleine Werkzeuge wie Messer, Zahnstocher, Nähnadel, um Strukturen hineinzuarbeiten.
Folie zum Unterlegen, Fimo klebt namnämlich gerne wenn sie warm wird.

TIPP: Mit Blattgold kannst du ganz edle Pralinen herstellen, Bastelblattgold gibt  es günstig in Bastelgeschäften. Das kannst du mit Klarlack fixieren.

Warnung: Nicht für Kinder unter 3 Jahren, wegen verschluckbarer Kleinteile! Kinder sollten es nicht in den Mund nehmen.

Von Herzen am Herzen getragen...

Tragetuch - Für viele Menschen etwas, womit sie sich einfach nicht identifizieren wollen, entweder ist es ihnen zu "öko" oder zu kompliziert.  Andere wiederum finden es ungesund und nutzlos, obwohl Studien das Gegenteil bezeugen.
Richtig gebunden, ist ein Tragetuch für mich ein Wundermittel. Ich kann mein Baby beruhigen, es Wärme und Geborgenheit schenken, zu jeder Zeit, egal was ich grade nebenbei tue, das Kind kann dabei sein, direkt an meinem Herzen und fühlt sich dort wohl.
Seit ich trage ist mein Baby ruhiger, zufriedener und selbst der Kinderarzt ist begeistert, wie toll entwickelt ihre Muskulatur ist. Ihre Kopfform ist perfekt und sie ist sehr interessiert an ihrer Umwelt. Dies verdankt sie dem Tragen, denn es trainiert die Muskeln, stützt sie dabei aber an den richtigen Stellen und gewährt dem Kind einen Ausblick, den man aus dem Kinderwagen hinaus nicht hat.
Ich trage gern und mein Baby freut sich, sobald sie das Tragetuch sieht.
Das war nicht immer so. Am Anfang hatte ich Probleme mit dem Binden, irgendwie sah es unbequem und falsch aus, egal wie oft ich bei Youtube Videos angeschaut hatte oder Anleitungen auf Blogs studierte, mir fehlte einfach der Feinschliff, das gewisse Know How. Das bekam ich bei einer Trageberatung, nur wenige Zeit mit der Beraterin und ihrer Übungspuppe und ich war bereit, mein neues Wissen an meinem Baby zu versuchen und ich war begeistert. Seit diesem Tag trage ich täglich.  Nicht immer nur im Tuch, ich habe auch einige Tragen gezeigt bekommen und mir später eine gekauft, die besonders gut zu mir passte.
Trageberatung, ich kann sie jedem, der gerne tragen möchte nur empfehlen und um euch einen Einblick in die Tätigkeiten einer Trageberaterin zu geben, habe ich zwei äußerst nette Beraterinnen mit Fragen gelöchert.
Es handelt sich um Madlen von Geliebt.Geborgen.Getragen und Sophie von Tragekarlchen, aber mehr erfahrt ihr von ihnen selbst:


Stell dich doch bitte vor.




 Ich heiße Madlen Wirth und bin 25 Jahre alt. Mit meinem Mann und meinen beiden Kindern (geboren 2012 und 2014) lebe ich seit etwas über einem Jahr in Gründau Lieblos.
Im September 2014 gründete ich meine eigene kleine Firma Geliebt.Geborgen.Getragen. und berate und begleite seitdem Eltern mit Babies und Kleinkindern.









Ich bin die Sophie von Tragekarlchen, 27 Jahre alt, Mutter von zwei wunderbaren Rabauken (der Kleine ist 1 und der Große 4 Jahre) und komme aus der Nähe von Zwickau


 

Wie bist du zum Tragen gekommen und was bedeutet es dir?

Madlen: Ich wusste bereits in der Schwangerschaft mit meiner großen Tochter, dass ich sie später Tragen möchte, nur war mir zu dieser Zeit nicht bewusst, in welchem Ausmaß das geschehen wird. Unsere Tochter forderte sofort nach der Geburt ununterbrochenen Körperkontakt ein und auch später wurde sie kein Fan vom Kinderwagen.
Am Anfang war das Tragen im Tuch oder der Tragehilfe für mich die Rettung im Alltag. Endlich konnte ich wieder etwas essen und endlich konnte ich mein sehr forderndes Kind beruhigen.
Mit der Zeit entdeckte ich mehr und mehr Vorteile! Ich war sehr frei in meiner Bewegung und mein Kind war einfach immer bei uns. Wir gingen mit Baby im Tuch zum public Viewing (wm2012) und hatten immer alles dabei was wir brauchten ;-) Milchbar und Babybett direkt an Mamas Herzen.
Tragen ist Liebe, Geborgenheit, Ruhe, aber auch Spaß und eben so vielseitig und praktisch!

Sophie: Für mich stand von Anfang an fest, dass ich mein Baby tragen werde. Meine Mama hat meinen kleinen Bruder damals auch viel im Tuch gehabt, so das das für mich einfach dazugehörte. Tragen ist für mich einfach eine wunderbare Möglichkeit meinem Baby nahe zu sein und trotzdem am normalen Alltag teilnehmen zu können. Außerdem baut sich Bindung durch Nähe auf, Tragen beruhigt das Baby und es ist kuschelig warm. Besonders im Winter friert man nicht so schnell mit einer kleinen Heizung vor der Brust.


Warum wolltest du Trageberaterin werden?

Madlen: Ich bin fest davon überzeugt, dass ich als Trageberaterin einen sehr wichtigen Job habe. Ich will jungen Eltern helfen, ihren Alltag mit zufriedenem Baby zu meistern ohne das sie sich in alltäglichen Dingen (kochen, essen, einkaufen,....) großartig einschränken müssen.

Sophie: Ich habe als mein Großer geboren wurde selber nach einer Trageberatung in meiner Nähe gesucht, aber keine gefunden. Nachdem ich mich immer mehr mit dem Thema Tragen beschäftigt hatte, wuchs in mir der Wunsch mein Wissen auch mit anderen Eltern zu teilen und so kam ich zu der Ausbildung als Trageberaterin.


Wann und wo hast du deine Ausbildung gemacht?

Madlen: Im September 2014 habe ich den Grundkurs bei der Trageschule Hamburg in Köln absolviert und bin seit Oktober 2014 geprüfte Trageberaterin. Im Mai 2015 besuchte ich den Aufbaukurs der TSHH in Köln und arbeite nun an meiner Zertifizierung, die ich bis zum Ende diesen Jahres abgeschlossen haben will.
Im April 2015 besuchte ich eine Fortbildung beim FTZB zum Thema Schwangerschaftsbindeweisen.

Sophie: Ich habe meine Ausbildung im Januar 2015 an der Trageschule in Dresden gemacht.


Was sind die Vorteile einer Trageberatung?

Madlen: In einer Trageberatung finden wir gemeinsam die optimale Trageweise für Dich und Dein Kind. Das kann eine der vielen verschiedenen Tragehilfe sein, oder ein Tragetuch mit der für Euch passenden Bindeweise.
Ihr erspart Euch dadurch teure Fehlkäufe und den ein oder anderen Frust. Nach einer Beratung bekommt ihr von mir eine Email mit allen wichtigen Infos und meinem Video mit der erlernten Bindeweise.

Sophie: Mittlerweile rate ich beinah allen Eltern die Tragen möchten zu einer Trageberatung. Als mein großes Kind zur Welt kam, habe ich mir alles mit Hilfe von Youtube beigebracht und fragte mich damals, wofür man eigentlich noch eine Trageberatung braucht. Mittlerweile weiß ich: Eine Trageberatung ist so viel mehr, als nur eine Bindeweise vermitteln. Sie zeigt dir kleine Kniffs und Tricks, die eben bei simplen Anleitungen fehlen und sie schneidert die Bindeweise / Tuch / Tragehilfe passend auf dich zu. Außerdem übst du zu erst alles mit einer Puppe - so entgeht deinem Baby der Stress bei deinen ersten Bindeversuchen. Denn oftmals ist es doch so: Mama bindet das erste mal, ist nervös, Baby merkt das und denkt sich "Oh gott. Mama total angespannt, hier muss was schreckliches im Gange sein" und am Ende ist Mama durchgeschwitzt, Baby weint und wehrt sich - man schmeißt das Tuch in die Ecke und denkt sich: "Rühr ich nie wieder an." :D Aber auch wenn es um Tragehilfen geht ist eine Trageberatung von Vorteil - da gibt es sooo viele verschiedene und was der eine super bequem findet, ist für den anderen total unbequem. Eine Trageberaterin hat meist eine Auswahl an Tragehilfen dabei, durch die man sich mit einer Puppe durchtesten kann.


Wie läuft so eine Beratung ab?

Madlen: Beim Erstkontakt, bei dem wir einen Termin festlegen, gehen wir gemeinsam noch ein paar allgemeine Fragen durch, die für die Beratung wichtig sind.
Für die Beratung komme ich entweder zu Euch oder Ihr kommt zu mir nach Gründau Lieblos.
Zuerst legen wir mit einem kurzen Theorieteil los, wir entscheiden uns dann für eine Bindeweise und anschließend üben wir das binden / anlegen der Traghilfe mit einer speziellen Demonstrationspuppe bis die Handgriffe sicher sitzen - erst dann bindest Du Dein Baby ein. Wenn Ihr bereits eine Traghilfe besitzt, helfe ich Euch diese Anzulegen, einzustellen und eventuell zu optimieren.

Sophie: Ich kann hier nur von mir sprechen (denke aber die meisten Beratungen laufen ähnlich ab). Als erstes gibt es einen kurzen Theorie-Teil in dem ich über die Vorteile des Tragen und richtige / "falsche" Tragehilfen erzähle. Oftmals haben die Eltern mir schon vorher erzählt, ob sie mit einer Tragehilfe oder einem Tragetuch tragen wollen und so geht es dann an den Praxis Teil. Ich zeige die Bindeweise oder das Anlegen der Tragehilfe einmal zum zuschauen und dann arbeiten die Eltern und ich parallel (immer mit Puppe) so lange bis alles sitzt und erst ganz zum Schluss wird das Baby dazu genommen. Zum Schluss klären wir noch offene Fragen. Natürlich ist jede Beratung ein bisschen anders und individuell. Je nachdem wie es für Eltern und Baby am angenehmsten ist.


Welches ist dein liebstes Tuch/Tragesystem?

Madlen: Mein absolutes Lieblingstragetuch für alle Gelegenheiten ist ein Pollora Denim Dots in Größe 6. Dieses Tuch begleitet mich bei Hausarbeiten, zu Beratungen, in den Urlaub, zu Familienfeiern..... dieses Tuch hat es mir einfach angetan!

Sophie: Mein liebstes Tuch ist mein Storchenwiege leo Tuch. Ich liebe es einfach. Bei den Tragehilfen schwankt es. Ich persönlich mag den Buzzidil unter den Fullbuckles (also komplett mit Schnallen ausgestatteten Tragen) sehr gern und bei den Halfbuckles (eine Schnalle am Hüftgurt, Träger werden gebunden) die Fräulein Hübsch.


Magst du noch gerne was zu deiner Arbeit und dem Tragen sagen?

Madlen: Als geprüfte Trageberaterin, Stillberaterin AFS (i.A.) und Kangatrainerin begleite ich viele Familien in einer Zeit, in der sich viele noch zusammenfinden müssen. Ich möchte Euch dabei helfen Euch zu finden, dabei helfen wieder mehr auf Euer Bauchgefühl zu hören, und natürlich soll das Ganze Spaß machen!
Geliebt.Geborgen.Getragen ist nicht nur ein wild gewählter Name für mich, sondern meine Herzensangelegenheit.

Sophie: Für mich ist Tragen einfach eine Herzenssache. Ich liebe es zu Tragen und ich finde die Vorteile durch das Tragen sind so riesig, dass sich Eltern unbedingt dafür entscheiden sollten. Zum Beispiel weinen getragene Babys bis zu 50% weniger, regelmäßiges Tragen beugt Blähungen vor und die Hüftentwicklung wird auch positiv beeinflusst. Ich liebe meine Arbeit wirklich sehr, weil sie einfach eine Herzensache ist und ich freue mich über jede Familie die ich ein Stück auf ihrer Tragereise begleiten darf.


Vielen Dank für eure Antworten Madlen und Sophie.

Ich finde die beiden Frauen unglaublich nett und falls jemand aus deren Nähe kommt und Interesse am Tragen hat, einfach mal kontaktieren. Es lohnt sich!










Um Kontakt mit Madlen aufzunehmen, besucht einfach ihre Homepage:
Geliebt.Geborgen.Getragen.
oder ihre
Geliebt.Geborgen.Getragen. Facebookseite














Um Kontakt mit Sophie aufzunehmen, besucht einfach ihre Homepage:
Tragekarlchen
oder ihre
Tragekarlchen Facebookseite


Viel Spaß beim Stöbern!






Montag, 3. August 2015

Trauersauer

Ich möchte etwas haben, kann es aber nicht ausdrücken.
Ich möchte etwas sagen, finde aber nicht die richtigen Worte.
Ich zeige auf einen Gegenstand, aber du verstehst es nicht.
Ich will mich ausdrücken können, dir sagen was ich will, damit du mich besser verstehst, doch ich kann es nicht. Noch nicht.
Ich weine, ich schreie, ich tobe mich aus.
Ich bin traurig, ich bin sauer.
Auf mich. Auf dich. Auf alles.
Ich bin trauersauer.
Dann nimmst du mich in den Arm und die Sonne scheint.